Was ist dran …

Was ist denn nun dran an den verschiedenen „Diagnosen“ die Ratgeber in ihrem „Angebot“ haben?

Hinweis: diese Seite ist im Aufbau. Im Moment stelle ich meine Ansichten nur extrem verkürzt dar. Quellenangaben, Belege und Argumente fehlen zumeist.

Was ist dran an Hochbegabung?

Hochbegabte Menschen gibt es. Als Mindestvoraussetzung gilt ein IQ von 130. Nach wissenschaftlichem Stand sind Hochbegabte im allgemeinen gut, oft sogar besser gesellschaftlich integriert als Vergleichsgruppen nicht Hochbegabter Menschen.

Jedoch ist es gar nicht so ungewöhnlich einen IQ Test mit über 100, oft über 120 abzuschliessen. Die Grenze von 130 ist recht willkürlich gewählt. Zudem muss man Bedenken das die Ergebnisse bei wiederholten Tests schwanken, also +/- 10 Punkte sollte man als „Messungenauigkeit“ veranschlagen.

Leider gibt es viele Menschen, die sich oder ihre Familie nur für hochbegabt halten, es aber nicht sind. Man erkennt sie schnell daran, das sie schnell und oft auf ihre Hochbegabung hinweisen, dass sie sich von der Gesellschaft („den anderen“) ausgestossen und unterdrückt fühlen, und das sie dem Forschungsergebnis, dass Hochbegabte in aller Regel keine „Problemfälle“ sind, teils vehement widersprechen.

In Wahrheit wird man es in solchen Fällen wohl eher mit Narzissten zu tun haben.

Was ist dran an Hochsensibilität (highly sensitive person, HSP)?

Es gibt eine wissenschaftliche Basis von Elaine Aron, allerdings kaum andere Forscher außerhalb Aron’s Umfeld die sich damit befasst haben. Es gibt nach aktueller Kenntnislage wohl ein Phänomen der Hochsensibilität, sowohl bei Menschen wie auch bei Tieren. Genauer gesagt gibt es wohl drei abgrenzbare Formen der Hochsensibilität entlang einer Skala – es ist also nicht jeder Hochsensible gleich dem anderen. Auch müssen Kontraindikationen (z.B. verdeckter Narzissmus, Neurosen) unbedingt ausgeschlossen werden.

Dagegen gibt es Menschen, die sich für hochsensibel halten und sich allerlei „hochsensible“ Attribute zusprechen (z.B. Altruismus), die nicht typisch für HSP sind. Da es keine einzige Diagnosemethode für HSP gibt, lässt sich nie zweifelsfrei klären, ob jemand tatsächlich HSP ist und welchen Grades.

Leider wird das Phänomen von Enthusiasten und Coaches nach Ihrem Sinne vermarktet und sogar um eigene Definitionen erweitert, so das für den Laien überhaupt nicht mehr ersichtlich ist, wo die wissenschaftliche Grundlage aufhört und die Irreführung beginnt.

Letztlich kommt dazu, dass die Variationen von HSP schlussendlich nur charakterliche und genetische Ursachen haben kann, die von der allgemeinen Psychologie schon abgedeckt sind. Damit beziehe ich mich auf die Persönlichkeitseigenschaften ebenso wie extreme Entwicklungen wie Autismus, Narzissmus, Extro- und Introvertiertheit. Demzufolge lässt sich einfach keine klare Zuordnung zu HSP machen, und es bleibt der fade Beigeschmack, dass man HSP Symptome genauso als Symptome verschiedenster psychologischer Entwicklungen bis Veränderungen (und Krankheitsbildern) zuordnen kann.

Was ist dran an Hochsensitivität?

Aus wissenschaftlicher Perspektive: Nichts.

Es ist ein unwissenschaftlicher Begriff, nicht zu verwechseln mit Hochsensibilität, der im weitesten Sinne und je nach Definition sogar mediale Fähigkeiten (Kommunikation mit Toten usw.) einschliesst. Daher fällt eigentlich die gesamte Definition in den Bereich der Esoterik bzw. Parawissenschaft.

Hochsensitivität wird aber oft verwechselt mit Hochsensibilität, oder als ein Synonym verwendet. Gerne wird auch darauf hingewiesen, das Hochsensitivität die eigentliche Hochsensibilität sei, und dies nur einem Übersetzungsfehler geschuldet ist. Wie dem auch sei, Hochsensitivität ist ein in erster Linie von Esoteriken belegter Begriff während man Aron’s High-Sensitive Person eben in aller Regel mit Hochsensibilität übersetzt hat.

Der Übersetzungsfehler: „sensitive“ ist gleichbedeutend mit „sensibel“, wird aber häufig falsch mit „sensitiv“ übersetzt. Daher ist Hochsensitivität ein erfundener Begriff der mit HSP nichts zu tun haben sollte.

Was ist dran an Scannerpersönlichkeit (scanner personality)?

Aus wissenschaftlicher Perspektive: Nichts.

Der Begriff entspringt einem Buch von Barbara Sher, die meint, einen Persönlichkeitstypus jenseits der Big Five erkannt zu haben. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich die Definition als extrem schwammig und allgemeingültig und erlaubt daher keine Zuordnung oder Erkenntnis, die über die bisher in der Psychologie bekannten und anerkannten Persönlichkeitsprofile und Charaktereigenschaften hinausgeht.

Im Grunde scheint es nur ein Köder für arglose Menschen zu sein, sich mit der Thematik zu befassen (Werbung) und natürlich Geld auszugeben (Bücher, Seminare, Coaching, etc.). Und das funktioniert leider prächtig.

Selbsternannte „Scanner“ erkennt man oft daran, dass sie sich alle möglichen positiven Attribute zuschreiben, die aber bei näherer Betrachtung auf viele intelligente Menschen in ähnlicher Weise zutreffen. Einem objektiven Vergleich der Ergebnisse (z.B. Kunstwerke) von Scannern erfolgt oft eine Ernüchterung des Betrachters, sofern dieser einigermassen von der Materie Ahnung hat. Zumeist hört man dann auch, das ein Scanner die Sachen nur aus Spaß macht und gar keine Ambitionen für „gute“ Werke hat, sondern diese nur lernen und verstehen will.

Sprich: Scanner zeichnen sich aus durch ein überhöhte Selbstwahrnehmung ebenso wie eine stark defensive Haltung gegenüber Kritik.

Die wahre Scannerpersönlichkeit erkennt man ohnehin nur an dieser Fähigkeit (Achtung: nichts für Hochsensible! 😉 ):

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