Über

Mein Name ist Steffen Itterheim. Ich bin Jahrgang 1975, Software- und Spieleentwickler. Ich betreibe diesen Blog aus Gründen der Aufklärung und als Warnung vor pseudo-psychologischen Ratgeber-Geschäftsmodellen (Bücher, Seminare, Coaching, Coaches-Coaching-Schneeballsystem, usw.).

Die von mir angeprangerten Inhalte sind in der Regel nicht wissenschaftlich begründet, zumindest kaum erforscht und vor allem nicht peer-reviewed. Manchen Angeboten liegt tatsächlich ein wissenschaftliches Forschungsgebiet zugrunde (z.B. Hochbegabung), dies dient aber meist nur als „Aufhänger“, auf der aufbauend die Diagnose unzulässigerweise durch eigene Definitionen erweitert wird (z.B. Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität, welche zum Teil Fähigkeiten zugeschrieben werden wie „Auren von Personen und Tieren“ wahrnehmen zu können).

Das hat zur Folge, das sich wesentlich mehr Menschen eine solche „Diagnose“ zu eigen machen und, ähnlich esoterischer Heilverfahren, letztlich doch völlig im Dunkeln tappen.

Solche parawissenschaftlichen Ratgeber hinterlassen auf den ersten Blick noch einen seriösen Eindruck. Dafür spricht zweifelsohne erstmal die herausragenden Biografien der ratgebenden Personen und Vereine, aber natürlich auch die gelegentlich höchst professionelle Präsentation.

Die Ratgeber, die ich hier anprangere, offenbaren jedoch deutlich das Ziel des Kundenfangs durch Suggestion, bewusst oder unbewusst (der Ratgeber ist vielleicht selbst Opfer seiner eigenen Autosuggestion?). Es wird versucht, möglichst vielen potentiellen Klienten einen Floh in den Kopf zu setzen. Dabei wird mit unzulässigen Verallgemeinerungen hantiert ebenso wie mit unbewiesenen oder von vornherein nicht belegbaren Behauptungen.

Die Gefahr besteht hierin, das sich ein hilfesuchender Mensch möglicherweise unwirksamen oder sogar schadhaften Ratschlägen anvertraut, anstatt mittels z.B. psychotherapeutischer Behandlung eine tiefergehende Analyse der persönlichen Situation vorzunehmen, um so zu einer echten Erkenntnis zu gelangen.

Auf dieser Seite möchte ich solche Ratgeber, speziell deren sogenannten „Checklisten“ und „Tests“, genauer unter die Lupe nehmen und mit eigenen Worten erklären, was davon zu halten ist.

2 Gedanken zu „Über

  1. Vielen Dank, Ihre Ausführungen kann ich mit meiner Erdahrung untermauern. Ich bin lt. Test höchst höchst hochsensibel ( davon hatte ich noch gar nicht gemerkt) und mit großer Wahrscheinlichkeit Scanner. Natürlich habe ich zwecks weiterer Informationen das Buch von Anna Heintze gekauft “ außergewöhnlich normal“ , weil auf den von open mind betriebenen facebookseiten ( bunte Zebras, Hochsensibilität, Sacanner etc…) dieses Buch von den Mitglieder über den Klee gelobt und empfohlen wurde. Diese Buch ist nichtssagender bullshit. Inzwischen habe ich die Zusammenhänge zwischen Buch, open mind akademie und facebookgruppen festgestellt, ebenso, dass die Mitglieder alles andere als begabt zu sein scheinen und sich selber für genial halten. Und jeden Tag freut sich ein neues Mitglied ein Loch in den Bauch, dass es endlich weiß, dass er/sie nicht verrückt ist, nein, sondern ein vielseitig begabter Scanner! Und jetzt weiß man endlich, warum man in diese Welt nicht somrecht passte und endlich endlich hat man gleichgesinnte gefunden und man fühlt sich leicht wie eine Feder. Aber eines hat es mir gebracht: mehr von meinen Macken zu akzeptieren und sie in meine Tagesabläufe und Zielentwicklungen zu integrieren. Das habe ich allerdings der Lektüre eines anderen Buches zu verdanken.
    Wer das Buch von Anne Heintze lesen will, dem schenke ich es, wenn er sich hier meldet.
    evtl. mit der Auflage, es weiter zu schenken, wenn er zur selben Bewertung kommt, wie ich.
    Viele Grüße
    Tanja

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    • Diese Buch ist nichtssagender bullshit.

      Danke für diesen Kommentar! Erstens finde ich soviel Erkenntnis (auch und gerade über die eigene Fehlbarkeit) höchst lobenswert, zweitens war es einfach nur amüsant zu lesen weil es exakt meiner Erfahrung aus besagten Gruppen bzw. dem Umfeld von diesen Pseudo-Möchtegern-Psychotherapeuten. 🙂

      Letztlich ist es nur eine „feel good“ Gemeinschaft die nur diesen einen gemeinsamen Strohhalm suchen (und brauchen), um sich selbst (und gegenseitig) daran aufzugeilen. Also im Grunde eine ganz normale menschliche Eigenschaft zu einer sozialen Gruppe dazuzugehören. Durch die Eigenschaften, die man vermeintlich besitzt, bekommt das Ganze dann noch eine persönliche Note, da jeder für sich selbst das rauspicken kann was einem am besten gefällt.

      Und dann verwundert es nicht mehr, wenn einige dieser Personen sich wiederkehrend darüber ärgern, für arrogant gehalten und/oder belächelt zu werden. 😉

      Genau so gut würde auch funktionieren, wenn es die Borussia Scannerpersönlichkeit gäbe und diese gegen den 1. FC Hochsensibel in der Bundesesoterikliga antritt, und sich vor, während und nach dem Spiel die jeweiligen Fangruppen gegenseitig angröhlen, welche Mannschaftseigenschaften denn nun besser seien. Naja, so in etwa. Es hat am Ende nur was mit Dazugehörigkeitsgefühl zu tun, und bietet eine Art Religionsersatz.

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