Kritik: Scannerpersönlichkeit Test von Anne Heintze (Open Mind Akademie)

Jetzt auf dem Prüfstand: der Scannerpersönlichkeitstest von Anne Heintze (Open Mind Akademie).

Hier handelt es sich eigentlich nur um eine Stichpunktliste, die man mit Ja, Nein, oder „lautem JA“ (an dieser Stelle ein stilles: „Häh?“) für sich beantworten soll.

Zusammen mit der Aussage, das man „Ja“ annehmen soll, wenn ein Punkt „zumindest teilweise“ zutrifft, wird man also aufgefordert, doch bitte bitte lieber „Ja“ zu sagen wenn irgend möglich. Mit freundlichen Grüßen an die autosuggestiven Fähigkeiten des Probanden – möge er doch bitte sogleich seinen Geldbeutel bereit halten!

Mit dieser Vorgabe gefüttert und mangelndem Argwohn ausgestattet, wird es dem geneigten Besucher leider allzu leicht fallen, sich als eben solch eine Scannerpersönlichkeit zu identifizieren. Vor allem weil die Auswahl der Stichpunkte durch gröbste Verallgemeinerungen besticht, die kaum jemand verneinen kann. Dazu kommt, das der Besucher sich die Ja/Nein Punkte selbst merken oder notieren muss, eine automatisierte (neutrale) Auswertung erfolgt nicht.

Die Stichpunkte gebe ich nur paraphrasiert wieder, da die Liste explizit mit Copyright Hinweis versehen ist (unnötigerweise, da das Copyright auch ohne den Hinweis ohne Einschränkungen greift, hier ist jemand paranoid). Jedoch bezweifle ich, dass diese Liste die dafür nötige Schöpfungshöhe für ein schützenswertes Werk überhaupt erreicht bzw. inwiefern sich die Liste qualitativ von Omas Einkaufsliste unterscheidet. Vielleicht ist der Copyright Hinweis auch nur deswegen gegeben, weil solch ein Hinweis die Liste als solches für den Laien „aufwertet“, gerade weil sie explizit als „schützenswert“ hervorgehoben wurde. Naja, wer drauf reinfällt ist ziemlich sicher ein Scanner.

In der Einleitung zur Prüfliste steht, das dies Merkmale für eine Scannerpersönlichkeit bzw. Vielbegabung sein sollen, die dem Besucher „einen sicheren Hinweis geben können“. Allein diese Formulierung ist schon vielversprechend. Schauen wir uns diese Merkmale mal genauer an:

  1. unstillbare Neugierde seit der Kindheit
  2. sehr breites Wissen
  3. Details weniger wichtig als großes Ganzes
  4. schnelle Begeisterung für neue Themen
  5. grundlegende Zusammenhänge schnell durchschauen
  6. sehr gute Beobachtungsgabe
  7. Probleme mit „Langweilern“
  8. kann sehr gut motivieren
  9. starke Intuition
  10. viel lesen (gleichzeitig, über unterschiedliche Themen)
  11. kritisches, unabhängiges Denken
  12. in Problemen aufgehen (wenn motiviert)
  13. möchte Routineaufgaben vermeiden
  14. mag höchst unterschiedliche Themen
  15. schon vielen Hobbies/Interessen nachgegangen
  16. gern unkonventionell, auffallend gekleidet
  17. unabhängiges arbeiten bevorzugt, speziell Probleme durchdenken
  18. mehrere Ziele auf einmal setzen
  19. sich als individuell empfinden
  20. Meinungen von Autoritäten werden für unwichtig befunden
  21. Konventionen und Traditionen kümmern wenig
  22. sprunghaft Interessen ändern
  23. Suche gleichartige Menschen
  24. gut einfühlen und motivieren
  25. auffallend hohes Energielevel (alle Ebenen!)
  26. Facettenreich (bez. als Chamäleon)

Wer sich ob solcher Allgemeinplätze an den Kopf fasst, braucht meine Begründungen eigentlich nicht mehr zu lesen. Sie sind so offensichtlich, das es schmerzt sich vorzustellen, jemand könnte diesem Test auch nur die geringste Bedeutung zumessen.

Dafür habe ich mich entschlossen, stellvertretend für die Allgemeinheit die Fragen der Wahrscheinlichkeit nach mit JA, Ja oder Nein zu beantworten.

  1. Unstillbare Neugierde – Kinder sind generell neugierig. Sich diese Neugierde bis heute zu erhalten, ist weder schwer noch so selten wie man das allgemein annehmen möchte. Der Punkt spielt auf ein Klischee an, den „Al Bundy“ unter uns. Sprich: die neophobe Persönlichkeit, von denen jeder sicher Exemplare kennt und garantiert nicht dazu zählen will. Ich nehme an, das niemand wirklich dieses Merkmal mit „Nein“ beantworten würde, außer man wäre selbst neophob. Aber dann wäre man wohl kaum auf dieser „neuen“ Webseite gelandet. (JA: 0 / Ja: 1 / Nein: 0)
  2. „Ich weiß, das ich nichts weiß“. Wissen ist ein weit gefasster Begriff, so schreibt Wikipedia: „Wissen umfasst eine große Anzahl verschiedenartiger Phänomene“. Wer würde nicht von sich behaupten, über viele verschiedene Phänomene Kenntnis zu haben? Na, irgendwer? (JA: 0 / Ja: 2 / Nein: 0)
  3. Details sind weniger wichtig als das große Ganze. Jedoch kann man im großen und Ganzen Scheitern, wenn man nicht auf Details achtet. Auch dieses Merkmal, sowohl „Details wie auch „das große Ganze“ lassen viel Raum für Interpretationen. Ich bin nachsichtig und vergebe mal ein Nein, da manch einer sicher Detailverliebt ist oder diesen Widerspruch (ein großes Ganzes besteht aus vielen Details) erkennt. (JA: 0 / Ja: 2 / Nein: 1)
  4. Schnell für neue Themen begeistern. Nun, ich bin sicher, das jeder beides kennt: ein Thema, dessen Begeisterung (Enthusiasmus) erst mit der Zeit kam, meist durch (erzwungene) Beschäftigung mit dem Thema. Jedoch, sobald man sich einem Thema aus eigenem Interesse nähert, wird man sich auch dafür begeistern. Sonst würde einen das Thema auch gar nicht weiter interessieren, oder? Und das man sich wenigstens einmal für ein neues Thema richtig begeistern konnte, das kann niemand leugnen. (JA: 0 / Ja: 3 / Nein: 1)
  5. Schnell Zusammenhänge durchschauen ist eine der Grundkompetenzen des Menschen. JA, verdammt! (JA: 1 / Ja: 3 / Nein: 1)
  6. Eine gute Beobachtungsgabe hat sicher jeder. Und wie bei so vielen Punkten stellt sich die Frage nach der Definition – was soll gut beobachtet sein? Und inwiefern unterscheidet sich das vom vorigen Punkt? Gute Beobachtungsgabe und Zusammenhänge durchschauen bauen aufeinander auf. Beispiele dafür wird jeder sofort in sich finden. Also tippe ich ein dickes JA ein. (JA: 2 / Ja: 3 / Nein: 1)
  7. Probleme mit „langweiligen“ Menschen hat sicher jeder. Was hier unter Problem zu verstehen sein soll, bleibt dem Besucher überlassen. Da hier die Konnotation und der Kontext nahe legt, das mit Problem eher die persönliche Abneigung gemeint ist („Alder, hast du Problem mit mir oder was?“), und „langweilige“ Menschen sowieso Antipathien wecken, kann ich gar nicht anders als diesen Punkt mit einem fetten JA zu bewerten. (JA: 3 / Ja: 3 / Nein: 1)
  8. Kann sehr gut motivieren. Ich werte hier einfach mal mit Nein, weil man nicht mit Fug und Recht behaupten kann, das dieser Punkt auf jeden zutrifft. Mir scheint, als wäre dieses Merkmal ebenso wie Punkt 3 eingefügt, um die Liste nicht vollständig mit rein positiven Suggestionen zu bestücken. (JA: 3 / Ja: 3 / Nein: 2)
  9. Starke Intuition. Intuition an sich ist die Fähigkeit, ohne Gebrauch des Verstands zu einer (gültigen) Einsicht zu gelangen. Stark als Adjektiv ist an dieser Stelle seltsam, da man sicher nicht stark intuitiv sondern höchstens häufig oder sehr treffsicher intuitiv handeln kann. Eher ein Ja. (JA: 3 / Ja: 4 / Nein: 2)
  10. Viel lesen. Und dazu noch gleichzeitig, über verschiedene Themen. Wäre das Internet nicht erfunden, es wäre sicher für die wenigsten zutreffend. Jedoch werden wir uns heute häufig über viele Dinge gleichzeitig informieren. Da lesen wir offline ein Buch, haben ein Magazin auf dem Tablet abonniert, lesen über tagesaktuelle Themen online und recherchieren auf Wikipedia nach einem Wort, dessen genaue Definition sich uns bislang entzog. Ich gehe davon aus, das die meisten, die auf dem Weg der Nachforschung zu dem Test gelangt sind, diesem Punkt zustimmen werden.  (JA: 3 / Ja: 5 / Nein: 2)
  11. Kritisches, unabhängiges Denken. JA! Noch nicht einmal die DDR hat es geschafft, diese Eigenschaft des Menschen völlig zu unterdrücken. Also wer das nicht kräftig bejaht, den sollte man vielleicht mal genauer überwachen. Zumal man gar nicht abhängig Denken kann, das wäre ja kein Denken mehr. Ebenso ist die kritische Auseinandersetzung mit Sachverhalten eine Grundeigenschaft des Denkens. Im übrigen halten sich besonders die Dümmsten für die kritischsten Denker. Siehe: Verschwörungstheoretiker. (JA: 4 / Ja: 5 / Nein: 2)
  12. In Problemen aufgehen kann der Scanner, aber nur, wenn er motiviert ist. Diese Anmerkung mit der Motivation ist seltsam, denn ohne Motivation kann man ohnehin nicht in einem Problem aufgehen. Das wäre dann eher ein Automatismus, den man lethargisch durchlebt. Etwa so, wie manche Auto fahren. Interessant ist hier, das das „in einem Problem aufgehen“ der Definition von Barbara Sher widerspricht! Sher klammert explizit solche Menschen als Scanner aus, welche sich in ein Thema sehr vertiefen können! Da man aber immer, wenn man motiviert ist, auch in Problemen aufgehen kann, werte ich mit einem einfachen Ja. (JA: 4 / Ja: 6 / Nein: 2)
  13. Der Scanner möchte Routineaufgaben vermeiden. Nicht nur der Scanner! Mein lieber Schwan, das ist ganz offensichtlich ein dickes JA für jedermann. Uff. Aua. (JA: 5 / Ja: 6 / Nein: 2)
  14. Mag höchst unterschiedliche Themen. Hmmm … da ich aus meiner Erfahrung mit den wenigen, extrem fokussierten Menschen weiß, das sie auch neben ihrer fokussierten Tätigkeit durchaus auch andere Dinge wert schätzen (gutes Essen, Fahrradtouren, Fantasy Romane, Theater, etc), kann ich sicher mit Fug und Recht behaupten, das hier ein Ja fällig ist. Für viele sogar ein dickes JA, aber ich bin in meiner Einschätzung lieber etwas konservativ. (JA: 5 / Ja: 7 / Nein: 2)
  15. Bereits vielen Hobbies und Interessen nachgegangen. Also wenn man Punkt 14 bejaht und das essentiell dasselbe Merkmal ist, gilt auch hier ein Ja als gesetzt. (JA: 5 / Ja: 8 / Nein: 2)
  16. Unkonventionell, auffallend kleidet sich nicht jeder. Ich nehme hier ein Nein an, will aber anmerken, das dieser Punkt wie zuvor Nummer 3 und 8 wohl lediglich der Balance hin zum Nein dient. Eine Aussage über die Persönlichkeit eines Menschen anhand seiner auffälligen Kleidung kann man nun wahrlich nicht treffen – manchmal ist das Rebellion, mal ist es politisch motiviert, mal will man damit seinen neuen Lebensabschnitt veräußerlichen, oder man muss halt berufsbedingt mit Hemd, maßgeschneidertem Anzug, Krawatte und Nadelstreifenhose rumlaufen. Und manch einer, tja, der hat einfach keinen Geschmack. Also nichts, das explizit auf Scanner beschränkt sein kann, daher: Nein. (JA: 5 / Ja: 8 / Nein: 3)
  17. Unabhängiges arbeiten wird bevorzugt. Wer das Vergnügen hat, wird das bejahen. Wer einen Chef hat, der einem alles vorkaut und jede Entscheidung absegnen muss, wird sich mehr Unabhängigkeit wünschen und dies ebenso bejahen. Sicher gibt es auch echte Teamworker, die nur im Team gut funktionieren. Wenn ich aber meine Erfahrung heranziehe, dann stelle ich fest, das in einem gut funktionierenden Team die Unabhängigkeit groß geschrieben wird. Es geht nicht um das alleine arbeiten, sondern weitgehend selbstbestimmt die Arbeit zu gestalten. Daher komme ich um eine Ja Wertung nicht herum. (JA: 5 / Ja: 9 / Nein: 3)
  18. Mehrere Ziele auf einmal setzen. Was soll man darunter verstehen? Hier geht es nicht um die Gleichzeitigkeit, sondern eher um eine zeitliche Abfolge: 1) Dokument WN-ZRA-3 Abgabe bis 17 Uhr 2) rechtzeitig um 18:30 zum Abendessen zuhause sein 3) Dann gleich in die Kiste (maximal ein Quickie), da morgen früh um 7:00 Termin mit Kunde. Weitere Beispiele aufzuführen wäre müssig. Wenn man sich genau hinterfrägt, wird man immer feststellen, das man mehrere Ziele auf einmal verfolgt. Solche, die sich ergänzen, und solche, die sich gegenseitig ausschliessen und in zeitliche Harmonie gebracht werden wollen. Ich bin aber zurückhaltend und werte das „nur“ als ein Ja, weil das Merkmal zuviel Interpretationsspielraum lässt. (JA: 5 / Ja: 10 / Nein: 3)
  19. Sich als individuell empfinden? Nein, das können doch nur Punker!! Ja gut, und die Tekknos halt. Ach, und die Homos. Naja, die meisten Esoteriker halten sich auch für Hochindividuell. Auch der Hans-Peter von nebenan hat inzwischen das Hakenkreuz an seiner Tür durch ein Peace Zeichen ersetzt. Jetzt aber im Ernst: JA verdammt! Und: es tut so weh, anzunehmen, das könnte jemand ernsthaft verneinen. (JA: 6 / Ja: 10 / Nein: 3)
  20. Meinungen von Autoritäten sind unwichtig. Wow, rekapitulieren wir hier erneut den vorangegangenen Punkt oder was? Gut, vielleicht wird manch ein braver Mensch denken: „also so dumm können die Autoritäten nicht sein, wenn sie es bis in diese Position geschafft haben“. Was auch kein verkehrter Gedanke wäre. Da ich sonst so selten dazu komme, werte ich also mal vorsichtig mit Nein. (JA: 6 / Ja: 10 / Nein: 4)
  21. Nicht um Konventionen und Traditionen kümmern. Auch hier treffen sich wieder die zwei vorangegangenen Punkte. Ich behaupte, jeder wird sich erinnern können, wie er oder sie mal gegen Konventionen oder Traditionen verstossen hat. Definitiv ein Ja. (JA: 6 / Ja: 11 / Nein: 4)
  22. Schnell und unerwartet (sprunghaft) seine Interessen ändern, kann jeder. Wird auch jeder mehr als einmal gemacht haben. Wir alle kennen dieses Szenario: wir vergucken uns in ein Thema. Besorgen uns Informationen und Material. Machen erste Gehversuche und sind entweder ernüchtert und geben die Sache wieder auf, oder: es ergibt sich zufällig eine noch wahnsinnigere, interessante Gelegenheit, sich für etwas anderes zu begeistern. Quasi wie das etwas wackelig verlaufende erste Date mit einer „8“ Person, in das die glatte „10“ in Form der Jugendliebe reinplatzt, und frägt, ob er/sie die nächsten Tage bei einem übernachten könne. Ich denke aber ein einfaches Ja genügt hier. (JA: 6 / Ja: 12 / Nein: 4)
  23. Auf der Suche nach gleichartigen Menschen, das ist so alt wie die Menschheit selbst. Natürlich such jeder nach gleichartigen Menschen! Die finden sich und zünden dann Flüchtlingsunterkünfte an. Selbst, wer nicht aktiv nach gleichartigen Menschen sucht, wünscht sich doch wenigstens insgeheim, sie zu finden oder zu kennen. Ich schüttele meinen Kopf und heraus fällt ein fettes JA! (JA: 7 / Ja: 12 / Nein: 4)
  24. Gut in andere einfühlen und motivieren kann sicher nicht jeder. Interessant, das das der gleiche Punkt wie Nummer 8 ist, welches ebenfalls in die Kategorie „Nein-Balance“ fällt. Also auch hier: Nein. Weil der Test nicht gar zu eindeutig sein will. (JA: 7 / Ja: 12 / Nein: 5)
  25. Ein auffallend hohes Energielevel auf allen Ebenen. Die Ebenen heben die Energien vermeintlich in esoterische Sphären, aber ich bleibe mal argumentativ auf dem Boden und deute es dahingehend, das man so etwas wie eine treibende Kraft ist mit großer Ausdauer in allen Bereichen. Ich tendiere dazu, das das nicht jeder von sich mit Fug und Recht behaupten kann, also nein. (JA: 7 / Ja: 12 / Nein: 6)
  26. Viele Facetten haben ist ähnlich banal wie Nummer 19: sich als individuell empfinden. Da das Merkmal aber seltsamerweise einschliesst, das man als „Chamäleon“ bezeichnet wurde, bin ich konservativ und sage nur deswegen nochmal nein. (JA: 7 / Ja: 12 / Nein: 7)

Kommen wir zur Auswertung: der durchschnittliche Proband dieses Tests wird also etwa 19 mal Ja sagen wohingegen etwa 7 Nein Stimmen stehen. Wenn das schon nicht eindeutig war, sind etwa die Hälfte der Ja Stimmen mit an Sicherheit grenzender Hochempfindlichkeit auch noch dicke, fette „JA!„.

Was heißt das nun?

Glückwunsch! Sie haben diesen komplett sinnbefreiten Scannerpersönlichkeits-Test erfolgreich bestanden. Sie sollten nun Ihre Kreditkarte bereit halten.

Vielleicht haben Sie nun so ein Gefühl von Zugehörigkeit entwickelt, da sie doch nach diesem Test zweifelsohne eine Scannerpersönlichkeit sein müssen? Laut Frau Heintze ist das schließlich das einzig wichtige an diesem Test:

Das einzige was wichtig ist, ist das du das Gefühl von Zugehörigkeit hast.

Das ist so banal, und fast schon nicht mehr suggestiv, das ich das einfach so stehen lassen kann. Hier gibts jedenfalls keine neuen Erkenntnisse zu gewinnen. Es sei denn, man ist noch nie einem Bauernfänger auf den Leim gegangen. Das kann sogar dem überzeugtesten Scanner passieren!

Um zu verstehen, wie die in diesem Test verwendeten Allgemeinsätze zwangsläufig ein positives Urteil ergeben, aber diese Erkenntnis jedoch alles andere als bahnbrechend oder „Stein vom Herzen fallend“ ist, empfehle ich die z.B. Seite Egomanie.com – dort wird ausführlich über die suggestiven Techniken von Mentalisten berichtet – die nutzen eben solche Allgemeinsätze. Dann merkt man schnell, wie leicht solche allgemeinen Aussagen uns eine Zustimmung abringen können, weil sie von vornherein auf Zustimmung formuliert sind!

Advertisements

43 Gedanken zu „Kritik: Scannerpersönlichkeit Test von Anne Heintze (Open Mind Akademie)

  1. Bitte bitte bitte lernen sie die „dass“-Regel!!! Es könnte sein, dass (!) man Sie aufgrund dieses groben Fehlers nicht ernst genug nimmt in Ihren Aussagen. Nur das „das“, das man (wie hier) im Relativsatz verwendet, wird mit einem „s“ geschrieben. Dieses „das“ steht für ein Substantiv. Wenn man aber schreibt, dass man etwas tut, wird in diesem Fall ein doppeltes „s“ verwendet, da sich das „dass“ auf ein Verb bezieht. Es ist wirklich nicht schwierig! Sie scheinen mir auch eigentlich klug genug dafür zu sein, also bitte ersparen Sie sich selbst diese Peinlichkeit!

    Ein Beispiel: Punkt 24: „Interessant, das das der gleiche Punkt wie Nummer 8 ist…“
    müsste richtig heißen: „Interessant, dass (!) das der gleiche Punkt wie Nummer 8 ist…“

    Gefällt mir

    • Ja, tut mir leid. Der Text ist schludrig geschrieben, und „dass“ war nie eine Stärke von mir. Habe mir die Regeln dazu nochmal einverleibt, und meine neuerlichen Texte haben sich dahingehend auch gebessert.

      Andererseits finde ich auch weiterhin „dass“ oder „das“ ziemlich Banane. Es trägt nichts zur Sprache bei, ist lediglich ein weiterer Regel-Stolperstein, und der Sinn ergibt sich fast immer aus dem Kontext. Jedenfalls konnte ich kein Beispiel finden, bei dem Verwechslung von „das“ und „dass“ zu einer Sinnveränderung des Satzes oder möglichen Mißverständnis führen könnte.

      Gefällt mir

  2. Ich verstehe deine Kritik durchaus, sehe sie aber als nicht wirklich begründet an. Ein einfaches Nachschlagen auf Wikipedia bringt hier ganz schnell klarheit: https://de.wikipedia.org/wiki/Hochbegabung
    Vergleicht man die von dir kritisierte Liste mit den auf Wikipedia allgemein festgehaltenen Merkmalen für eine gewöhnliche Hochbegabung merkt man denke ich schnell, das diese mindestens genau so Allgemein geschildert werden. Trotzdem betrachtet sich nicht jeder der mal auf Wikipedia nach hochbegabung geforscht hat direkt als Hochbegabt. Das antworten mit Ja oder nein passiert sowieso automatisch und ich finde du übertreibst bei einigen Punkten mit dem Ja oder JA sagen. Zudem ist dieser Test nicht das einzige auf was eine solche Person ihre „Diagnose“ aufbaut! Eine Analyse seiner Vergangenheit und der Gegenwart sollte jedem aufzeigen, ob man denn tatsächlich immer mit leichtigkeit bessere Geistige Leistungen erbracht hat als andere oder nicht.
    Ich bin mir zwar sicher das es den ein oder anderen gibt, der unter die von dir bezeichnete Kategorie fällt. Solche Menschen sind aber eher minderbemittelt als Hochbegabt und das fällt jedem auf der in ihrer nähe ist. Wer rausläuft und jedem rumposaunt er sei Sanner und Hochbegabt der hat eindeutig was falsch verstanden. Eine wirklich kluge Person wird sich von anderen bewerten lassen und vielleicht sogar die Meinung eines Psychologen einholen. Zumindest bezieht sie ihre Informationen auf keinen Fall aus nur einer einzigen Quelle!
    Dein Artikel spricht für mich hingegen eher von Neid als von einem Verständniss der Themen. Genau so Suggestiv wie die Listen die du Kritisierst sind auch deine Kritiken(Zudem Fehlen zum Aktuellen Zeitpunkt 8 Fragen!). Jeder kann sagen: Das kann doch jeder einfach von sich Sagen!
    Eine wirklich vielbegabte Person wird darüber hinaus auch ohne diesen Test schon zu ihrer Diagnose oder zu Erfolg gekommen sein.

    Ein Weiterer Punkt ist, das die Website auch Tests zu anderen Psychologischen Phänomenen anbietet, die nicht unbedingt als Vorteil gelten müssen. Es wird erklärt das dies als Vorteil genutzt werden kann, aber ich sehe an einer nahen Person das es einen auch kaputt machen könnte. Ich konnte auf die, genau gleich stark Suggestiven, Fragen nur sehr selten mit Ja antworten. Die Person von der ich spreche hingegen konnte bei fast allen mit Ja antworten. Auf den Scannertest hat diese Person wiederrum mit sehr vielen Neins geantwortet. Also ist deine Kritik, neben der Theoretischen Sinnbefreitheit, von mir nun auch im Praxistest enthebelt worden, noch bevor ich darauf gestoßen bin!

    Gefällt mir

    • Hochbegabung hat mit der (frei erfundenen) „Scannerpersönlichkeit“ nichts zu tun. Wenn man genau zwischen den Zeilen der Lebensberater liest, merkt man schnell, das Scannerpersönlichkeit eher sogar ein Mülleimer für diejenigen sind, die man sonst gar nicht behandeln müsste, weil sie weder hochbegabt noch hochsensibel sind. Dann dürfen sie halt „Scanner“ sein und sich trotzdem gut fühlen. Und zahlen.

      Die Aufgabe von Wikipedia ist auch, Inhalte allgemeinverdaulich darzustellen. Du wirst auch feststellen, das Quantenmechanik dort recht allgemein und allgemeinverständlich erklärt ist. 😉

      Eine Analyse seiner Vergangenheit und der Gegenwart sollte jedem aufzeigen, ob man denn tatsächlich immer mit leichtigkeit bessere Geistige Leistungen erbracht hat als andere oder nicht.

      Wie soll man diese Analyse objektiv durchführen? Und wie soll man seine eigene geistige Leistung quantitativ und qualitativ mit der anderer vergleichen können? Schließlich sieht man von anderen nur das Ergebnis deren geistiger Prozesse – ein direkter Vergleich ist von vornherein ausgeschlossen. Diese Analyse, die du vorschlägst, kann per Definition nur höchst subjektiv sein, und das Ergebnis wird in erster Linie darauf basieren, wie sehr man sich anderen „voraus“ oder „überlegen“ fühlt bzw. wie sehr man das Bedürfnis hat, sein Selbstwertgefühl durch solch eine Feststellung zu steigern.

      Eine wirklich vielbegabte Person wird darüber hinaus auch ohne diesen Test schon zu ihrer Diagnose oder zu Erfolg gekommen sein.

      Ganz genau. Und braucht auch keinen Lebensberater.

      Was mir an der Sache sehr, sehr sauer aufstößt ist keinesfalls Neid. Es ist die Bauernfängerei, die damit betrieben wird. Es braucht kein Genie um zu erkennen, das die Definition „Scannerpersönlichkeit“ sehr allgemeingültig ausfällt und auf viele Menschen zutreffen könnte. Ist auch ganz egal welche Menschen, man erkennt im Umgang und Austausch mit sog. „Scannern“ schon schnell, dass das vorrangig einigende Element dieser Personen ist, dass sie nach Bedeutung für ihr Sein suchen (vor allem nach Enttäuschungen) und Bestätigung suchen. Die von Scannern genannten Attribute werden oft zur Steigerung des Selbstwertgefühls benutzt für ansonsten völlig normale Vorgänge (wechselnde Interessen, Spontanität, Überforderung), manchmal auch zur Spinnerei („kann Auren der Bäume sehen“).

      Und das der Test bei einer Person mal negativ ausfällt, ist noch lange kein Widerspruch. Da gibts auch ein Sprichwort für. 😉

      Gefällt mir

      • Also vorab: mir gefällt wie du auf meinen Kommentar reagiert hast.
        Jetzt aber zum Thema. Klar die Ausnahme bestätigt die Regel. Ich finde der Begriff Scanner hat dennoch seine daseinsberechtigung. Für mich gilt er nämlich nur für Menschen die in allem was sie tun erfolgreich oder gut sind.
        Man könnte z.b. jemanden Fragen. Die Eltern sehen meistens wenn etwas nicht gestimmt hat die ganze Zeit, man wurde von den Lehrern drauf angesprochen und andere Menschen haben einem höhere Leistungen zugeschrieben. Klingt dumm aber ich hab sehr häufig den Satz: „was kannst du eigentlich nicht!?“ Gehört. Wobei bei mir auch ohne den Scannerbegriff schon ein gewisses Maß an hochbegabung bestätigter Weise vorhanden ist.Die passenden Gene sind in der Familie auch bestätigt.
        Eine hochbegabte Person wird auch ohne Lebensberatung den weg finden, ich sehe das an zwei Beispielen. Ich bin gegen diese Lebensberatung aber eine wahre Aussage trifft die Website dennoch. Ich habe mich in den letzten Tagen intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und das Ergebnis spricht für sich: ob es nun einen Scanner gibt oder nicht ist ziemlich egal. Manche haben ein erhöhtes Potenzial, manche nicht – das ist auch egal. Die Hauptsache ist, was man daraus macht(und das ohne „Lebensberatung“)

        Gefällt mir

        • Ich finde der Begriff Scanner hat dennoch seine daseinsberechtigung.

          Ich habe mich in den letzten Tagen intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und das Ergebnis spricht für sich: ob es nun einen Scanner gibt oder nicht ist ziemlich egal.

          Eben. Insofern ist auch der Begriff überflüssig. Der hat etwa soviel Bedeutung wie „Gutmensch“ oder „Wutbürger“ – es geht nur darum, eine bestimmte (weit gefasste) Gruppe Menschen zu kategorisieren, in eine Schublade zu stecken.

          In diesem Falle besonders den Menschen, die sich gerne selbst diese Attribute zusprechen möchten. Sprich: es übernimmt eine ähnliche Funktion wie z.B. Horoskope – allgemeingültige Aussagen die selbstverstärkend wirken, so man Ihnen Wert und Bedeutung beimisst und bewußt darauf achtet, ob und und wann sie zutreffen. Und – oh Wunder – sie treffen regelmässig zu. Ergo, so denkt der Betroffene, bin ich wohl ein Scanner, und das Horoskop trifft ins Schwarze.

          Wenn wir den Begriff von seiten der Psychologie betrachten, so kommt man zwangsläufig zu dem Ergebnis, das der Begriff überflüssig ist. Er fügt den bestehenden psychologischen Konzepten nichts hinzu, im Gegenteil, er verwischt und verwässert verschiedenste Konzepte wie „Big Five“ (personality traits), Extroversion vs Introversion, und auch Dinge wie Intelligenz und Talent. Ohne dabei eine konkrete „Diagnose“ zu ermöglichen, da viel zu weit und allgemeingültig gefasst.

          Übrigens gibt es bereits mehrere Begriffe für dieses vermeintliche „Phänomen“. Man spricht dann von „Multitalent“, „Universalgenie“, „Jack of all trades, master of none“ (deutsch: „Hansdampf in allen Gassen“) und dergleichen. Aber das erscheint wohl manch einem „Scannergläubigen“ zu banal und verbraucht. „Scanner“ lässt sich besser vermarkten, und eignet sich auch besser zur Selbstdarstellung, weil Gesprächspartner nicht sofort begreifen, dass sie es grade mit einer Form der Selbstbeweihräucherung zu tun haben.

          Und wie gesagt: Hochbegabung und die vermeintliche „Scannerpersönlichkeit“ sind zwei paar Schuhe. Letzteres eher die Ausweichbezeichnung vermeintlich Hochbegabter, die aber aus irgendwelchen Gründen ihr Potential nicht voll entfalten konnten, und „Scannerpersönlichkeit“ liefert dafür augenscheinlich die Begründung – so das man sich fortan nicht mehr so furchtbar schlecht fühlen muss, dass man doch nur ein recht durchschnittlicher Mensch ist.

          Gefällt mir

      • Alle beide Texte strotzen von Rechtschreib- und Druckfehlern, die weh tun. Na gut, geschenkt.
        Schon mal mit einer guten Psychotherapie, die mit Mentalisieren arbeitet, versucht? So lassen sich nämlich die meist nicht geringen Kommunikationsstörungen mit anderen Menschen, das Gefühl der Isolation und mangelnden Sinnfindung und der Integration schwieriger Vergangenheit bearbeiten und oft auflösen, wenn nicht mildern.

        Gefällt mir

  3. Hallo Herr Itterheim,

    auf der Suche nach Kritik an Frau Heintze (weil ich ein durchaus wohlwollender, aber kritischer Mensch bin), bin ich auf ihre Seite gestoßen. Mich interessiert der Begriff Scannerpersönlichkeit nicht, Hochsensivität allerdings hat Frau Heintze nicht erfunden und mittlerweile gibt es dazu soweit ich weiß auch einige Forschung. Um ihr Bild von dem Thema ein wenig zu ergänzen möchte ich ihnen ans Herz legen, sich mit den Stichworten Hochsensivität, Schizophrenie und Resilianz zu beschäftigen. Wenn sie die richtige (wissenschaftliche) Literatur dazu aussuchen und nicht für Laien geschriebene Artikel wie die von Frau Heintze wird wahrscheinlich auch ihr Bedürfnis nach Anti-Suggestion ausreichend befriedigt ;D. Freundliche Grüße!

    Gefällt mir

    • Zur Hochsensibilität kann ich nur soviel sagen: was es an wissenschaftlicher Grundlagenforschung (öffentlich verfügbar bzw. für mich auffindbar) gibt, ist ziemlich dünn und wenig überzeugend.

      Dazu zählen für mich:

      – Arbeiten mit sehr kleiner Gruppe an Probanden.
      – Probanden aus dem näheren Umfeld (z.B. eigene Studenten).
      – Grundlagenforschung hauptsächlich anhand von Umfragen (telefonisch oder schriftlich) durchzuführen, und dabei nicht einmal die bekannten psychologischen Effekte wie confirmation bias, Selbstwahrnehmung/-darstellung in der Arbeit an sich zu berücksichtigen.
      – Umfragebögen, die geradezu lächerlich homöopathisch wirken. Stichwort: 10-20 sehr allgemein gehaltene Fragen. Man vergleiche dazu „echte“ psychologisch-klinische Vorabtests mit 50-100 teils sehr konkreten, und sich wiederholenden bzw. gegenseitig ausschliessenden Fragen, deren Beantwortung je nach Test und Proband zwischen 30-90 Minuten dauern.

      Wenn sie die richtige (wissenschaftliche) Literatur dazu aussuchen

      Bitte um Nennung dieser Literatur. Wenn diese von E.N. Aron stammt, bin ich von Haus aus zurückhaltend. Erstens weil o.g. Punkte auch genau auf Aron’s Arbeiten zutreffen. Auch fällt mir auf, dass sie selbst populärwissenschaftliche Bücher zum Thema verfasst und an „Behandler“ vermittelt, während das gro der Forschung an HS von Aron selbst oder (soweit mir das ersichtlich ist) ihrem näheren Umfeld entstammt. Es war mir bislang nicht möglich eine Arbeit zu finden, die unabhängig von Aron das Phänomen ebenfalls aufdecken konnte und eben nicht in die bekannten Personality Traits (Big 5 usw) einzuordnen waren.

      Es bleibt die müde Erkenntnis, dass HS letztlich einfach nur eine „andere Sensibilität“ bedeutet, sprich: es handelt sich vermutlich einfach um eine Gruppe Individuen die in der Sinneswahrnehmung oder Verarbeitung andere Schwerpunkte haben (biologisch betrachtet). So wie es dem einen möglich ist, Musik besonders feinfühlig zu hören, ein anderer besonders feinfühlig schmeckt, usw. Die Erklärungen, wie HS von eben solchen „Spezialisten“ zu unterscheiden seien, sind im wesentlichen unbefriedigend (wohlwollend ausgedrückt).

      In jedem Fall steht außer Frage, dass die Thematik populärwissenschaftlich ausgeschlachtet wird. Es ist ein beliebtes Betätigungsfeld von „Beinahe-Esoterikern“, manch ein HS Berater hat auch gleich Quantenheilung und dergleichen mehr in seinem Angebot. HS klingt erstmal bodenständig-rational und wissenschaftlich, da aber kaum Forschung oder wissenschaftliche Kenntnisse dazu existieren, muss ein darauf aufbauendes Lebensberatungsangebot äusserst skeptisch betrachtet werden.

      Scannerpersönlichkeit beschreibt im Grunde nichts anderes als einen „HS-Versager“. Menschen, die es nicht ganz zum HS „geschafft haben“ aber doch bitte auch beraten sein mögen.

      Gefällt mir

      • Ich habe nicht den ganzen Kommentar gelesen. Jedoch musste ich mir beim letzten Satz an die Stirn fassen. Sorry, aber du verstehst, meines Erachtens nach, überhaupt nicht, was ein Scanner ist. Das kann ich gut nachvollziehen, da du wahrscheinlich keiner bist. Aber dieses Thema so stark zu kritisieren, nur um etwas kritisiert zu haben, rein aus dem Bauchgefühl heraus, finde ich etwas „heuchlerisch“. Die Scanner werden das auch erkennen, daher aus deiner Kritik keine Unsicherheit erlangen, was wiederum gut ist.
        Ich gönne dir deine Meinungsfreiheit trotzdem.

        Gefällt mir

        • Mit anderen Worten:

          „nur Gläubige verstehen das und Gläubige bringt man nicht so leicht von ihrem Glauben ab“

          So lese ich den Satz, und es bestätigt mir aufs Neue, wieviel wahrer Wert hinter dem Scannerglauben steckt. Es ist schon ein wenig armselig, in welcher Blase man leben muss um für sich selbst eine Besonderheit zu beanspruchen, die für die allermeisten gebildeten Menschen eine ganz normale alltägliche Lebenseinstellung ist.

          Wer ehrlich ist, und einen Monat lang mitverfolgt und aufmerksam notiert, welchen Tätigkeiten und Interessen man so alles nachgeht im Laufe der Tage, der wird sich unweigerlich für einen Scanner halten müssen.

          Vorausgesetzt man bringt ein Mindestmass an Leichtgläubigkeit und Gruppenzugehörigkeitsverlangen mit, gepaart mit der Hoffnung „endlich“ eine einfache Erklärung für das eigene „Mensch sein“ gefunden zu haben.

          Gefällt mir

        • @Steffen Itterheim: Etwas was man selbst nicht versteht, gleich als Glaube zu betiteln, weist schon auf eine sehr starke Selbstüberzeugung hin.
          Ein Affe wird das Leben eines Fisches nie verstehen. Genau so wenig ein Fisch, das des Affen.
          Daher sollte der Fisch, das Leben eines Affen nicht beurteilen, umgekehrt genau so, finde ICH.

          Gefällt mir

        • Dein Zitat geht davon aus, das Affe und Fisch (korrekterweise) existieren.

          Ich behaupte, das Konstrukt „Scannerpersönlichkeit“ gibt es nicht, weil es keinen halbwegs eindeutigen, objektiven Nachweis gibt, ob denn nun ein bestimmter Mensch ein Scanner ist oder nicht. Daher kann man das nur „glauben“ aber man wird nie den Beweis erbringen können, weil die Grundlage, die Definition „Scannerpersönlichkeit“ an sich schon alles andere als eindeutig ist.

          Anders ausgedrückt: was unterscheidet die Definition von „Scannerpersönlichkeit“ von der Definition eines „Hansguckindieluft“? Zu beiden Worten werden wir Menschen finden, die vermeintlich in eine der beiden Kategorien fallen. Aber das sagt genausoviel über den Menschen aus, wie einen Mensch anhand seiner Kleidung als „Chauvinist“ zu kategorisieren.

          Gefällt mir

  4. Dem Autor dieser Kritik fehlt es ganz offensichtlich an ausreichendem Verständnis über unterschiedliche Persönlichkeitsmodelle. Der Versuch einer objektiven Kritik fällt hinter der offensichtlich vorhandenen Aversion des Autors gegen das Thema oder die Testerstellerin zurück. Schade, dabei hätte es einige wirkliche Kritikpunkte an dem Test gegeben, die sachlich diskutiert hilfreich für eine Aufklärung gewesen wären.

    Gefällt mir

  5. Eben habe ich Frau Heintze bei „Mensch Otto“ auf BR3 gehört. Eigentlich ein seriöser Sender.
    Beim Zuhören hat mich gleich ein ungutes, nicht greifbares Gefühl beschlichen. Vermutlich, weil ich soviel überschwängliche Positivität nicht für echt halten kann.
    Mein Gefühl ist auch, dass Frau Heintze versucht, alles an vermeintlichem „ich wusste schon immer, dass ich anders bin“ abzudecken, so dass jeder etwas für siche findet, weswegen er/sie besonders ist.
    Was aber das schlimmste für mich ist, ist, dass Bayern 3 im Radio solchen Menschen eine Plattform bietet. Bin am überlegen, ob ich eine mail hinschreibe.

    Gefällt mir

    • War auch schon in anderen Publikationen, z.B. Spiegel Online und im Privatfernsehen. Der Presse mache ich dabei gar keinen Vorwurf, über irgendwas müssen die schließlich tagtäglich berichten. Und nicht jedes Format verlangt oder erlaubt ein kritisches Hinterfragen des Gezeigten – der gemeine Zuschauer ist ja schliesslich mündig.

      Da würde ich jetzt undifferenzierte, ernstgemeinte Berichte über esoterischen Quatsch eher verurteilen.

      Gefällt mir

  6. Hallo Herr Itterheim,
    sie scheinen seeeehr viel Zeit zu haben, wenn man die Länge Ihrer Ausführungen so ansieht. Wäre es evtl. sinnvoll Ihre Energie für etwas Positives, wirklich Nutzbringendes, Erbauliches, Weiterführendes… einzusetzen, statt negative Pseudoenthüllungshetze zu betreiben? Ist irgendjemand durch Ihre Ausführungen geholfen? Manche spricht Frau Heintze an, manche nicht – das nennt man „freier Wille“.
    Schade, um die Zeit und verschenkte, fehlgeleiteteEnergie.

    Gefällt mir

  7. Ich finde die Kritik sehr weit her geholt und meiner Meinung nach wird dieser Test vom Kritiker zu stark gewichtet. Nach dem Lesen einiger Kommentare muss ich auch noch festhalten, dass die Scannerpersönlichkeit definitiv ihre Daseinsberechtigung hat. Ausserdem sind diese Lebensberater für viele Menschen ebenfalls vonnöten.
    Wie ich darauf komme: Ein Mensch, welcher sehr viele Talente mitbringt, das starke Bedürfnis fühlt, sie ausleben zu MÜSSEN, hat es nicht leicht in einer Gesellschaft die leistungsorientiert ist. Die Talente sind teilweise so stark ausgeprägt, dass ein Studium in diesem Fach durchaus Sinn machen würde, damit man auf diesem Niveau auch offiziell arbeiten kann. Die Zeit und das Geld reichen jedoch meistens nicht aus mehrere (z.B 6) Studiengänge zu studieren. Schon hier fängt das Dilemma an. Heisst, man kann im Leben eventuell eine bis zwei Fähigkeiten ausleben, so wie sie ausgelebt werden sollten. Aber der Scanner hat mehr Talente und MUSS ALLE ausleben, damit er glücklich wird. Meistens werden daher Scanner selbstständig, was aber für viele nicht einfach ist. Ein Scanner hat viele Talente, aber auch er ist ein Mensch, welcher Emotional geprägt ist. Intelligenz ist nicht Reife/Entwicklung. Genau hier sind die Experten gefragt.
    Ich kann von mir behaupten, dass ich unglaublich unglücklich bin, wenn ich meinen Beruf als Softwareentwicklerin (welcher zum abwechslungsreichen Beruf gehört) 100% auslebe, aber die Künstlerin, Köchin, Physikerin, Mathematiker, Philosophin, Biologin, Ärztin, Dichterin etc. in mir ersticken lassen muss. Auch wenn es so viele Themen sind, ich kann all diese Dinge aussergewöhnlich gut und das ohne jegliche Übung. Ein Scanner ist ein Teil der Hochbegabung. Bei mir wurde als Kind von Psychologen Hochbegabung festgestellt. Ein Scanner zu sein ist ein Geschenk und ein Dilemma zugleich. Und das kann nur ein echter Scanner verstehen.
    Nun zum Test zurück: Dieser Test dient lediglich dazu in eine Richtung zu blicken. Wenn ich diese Punkte durchlese, erkenne ich, an welchen Punkte ich wahrlich leide. Deswegen auch dieses laute JA! Da gibt es für einen Scanner keine Interpretation mehr. Klar gibt es immer wieder Menschen, die nach Aufmerksamkeit schreien und daher jegliche Begabungen suchen. Aber diese wird es immer geben und das ist auch okay so. Und auch klar das die Coaches Geld verdienen wollen. Wir sind alle immer noch Menschen.

    Gefällt mir

    • „Aber der Scanner hat mehr Talente und MUSS ALLE ausleben, damit er glücklich wird.“

      Ist das so? Oder ist das nur vielmehr eine Wunschvorstellung? Oben hast du noch geschrieben, dass man dafür gar keine Zeit bzw. kein Geld hat. Muss ich dann als „Scanner“ nicht immer grundunglücklich sein? Und entspräche es eben nicht genau dem Leistungsgesellschaftsanspruch, wenn man sich all diesen Themen intensiv widmen würde? Es gibt solche Menschen, sie sind meist hochbegabt und erfahren eine hohe Anerkennung. Ein Scanner ist demzufolge eigentlich ein „Möchtegern-Hochbegabter“.

      Da du selber als hochbegabt eingestuft wurdest, sollte eigentlich diese Bezeichnung ausreichen. Jemand, der hoch begabt ist, will seine Begabungen ausleben und wird sich nicht auf eine Sache festlegen. Auch das bestätigt meine Kritik am „Scanner“ da er letztlich ein wie auch immer „verhinderter“ Hochbegabter sein soll. Anders gesagt: wer hochbegabt ist, ist auch gleichzeitig „Scanner“ und falls nicht, trägt er autistische Züge. Ein „Scanner“ ohne Hochbegabung ist schlicht und ergreifend ein normal interessierter, vielseitiger Mensch.

      Ich habe erst letzte Woche eine Unterhaltung meiner Kollegen belauscht, wie sehr sie sich in allerhand Themen ein- und wieder ausgelebt haben, wie sie die Abwechslung brauchen auch etwas komplett anderes zu machen, wie sie auch plötzlich das Interesse wieder verlieren und sich neuem zuwenden oder es später wieder aufgreifen, usw.

      Sie haben damit alle zusammen exakt die Eigenschaften von „Scannern“ beschrieben, nur das keiner von Ihnen für sich beanspruchte, dass das etwas aussergewöhnliches darstellt. Nachdem ich Ihnen von den „Scannern“ erzählt habe, mochten Sie kaum glauben, dass es Leute gibt, die so ein Verhalten für „besonders“ halten. Für sie und für mich ist es schlichtweg normales Verhalten von Menschen, die eine gewisse Basisintelligenz besitzen und sich eine kindliche Neugierde behalten haben und auch nach einem Sinn im Leben suchen, und das man dazu die festgetretenen Pfade verlassen muss ist selbstverständlich.

      „Ich kann von mir behaupten, dass ich unglaublich unglücklich bin, wenn ich meinen Beruf als Softwareentwicklerin (welcher zum abwechslungsreichen Beruf gehört) 100% auslebe, aber die Künstlerin, Köchin, Physikerin, Mathematiker, Philosophin, Biologin, Ärztin, Dichterin etc. in mir ersticken lassen muss.“

      Kann ich von mir auch behaupten. Ich bin ebenfalls Softwareentwickler. Privat koche und backe ich gerne, erweitere mein Wissen in Astrophysik, schreibe Gedichte, nehme Videos auf, usw.

      „Auch wenn es so viele Themen sind, ich kann all diese Dinge aussergewöhnlich gut und das ohne jegliche Übung.“

      Und auf solchen Aussagen stütze ich meine Behauptung, das „Scannergläubige“ in erster Linie arrogant und anmassend sind. Wer hochbegabt ist, dem wird ein Teil der Dinge leicht fallen, sie sich anzueignen. Aber gerade in künstlerisch-kreativen Tätigkeiten bedarf es mehr als Talent – nämlich der Übung. Es ist erstaunlich, wieviele vermeintliche „Scanner“ behaupten, all diese Dinge „aussergewöhnlich gut“ zu können, aber wenn man sie einer kritischen Betrachtung aussetzt, kommen entweder keine Ergebnisse oder sie sind durchschnittlich.

      Ich nagle dich mal auf die Behauptung fest, du wärst eine aussergewöhnlich gute Ärztin. Dafür müssen andere viele Jahre studieren und praktizieren! Du merkst vielleicht daran, wie absurd diese Behauptung ist. Genauso wie das Exklusivitätsdenken entlarvend ist: „das kann nur ein Scanner verstehen“ – solch ein Null-Argument kann man nur bringen, wenn man an ein irrationales Gebilde glaubt. Man hört es nur von Menschen, die ihre Lebenseinstellung für die ultima ratio halten. Das kann wirklich nur ein Gläubiger verstehen.

      Der „Scanner“ ist nur normales, menschliches Verhalten wenn es sich auf ein Mindestmaß an Neugier und Intelligenz stützt. Nicht mehr, nicht weniger.

      Gefällt mir

      • Deine Aussagen haben, meiner Meinung nach, einen vorwurfsvollen Unterton. Da stellt sich für mich die Frage, weshalb du mit einer solcher negativen Emotion die Sache angehst. Hast du persönlich davon schaden getragen?

        Ich bin der Meinung, dass nicht alle Hochbegabte Scanner sind und nicht alle Scanner hochbegabt, auch wenn andere dies anders sehen. Ich stufe ein vielseitig interessierter Mensch nicht zwingend als Scanner ein. Für mich ist ein Scanner ein „wahrheitsneugieriger“ Mensch, welcher eine grosse Faszination von dem Zusammenspiel der Dinge empfindet. Da ist mal alles ausprobieren nicht dasselbe. Um die Komplexität des Lebens sehr weit herunterbrechen zu können, ist eine gewisse Intelligenz vonnöten, finde ich.

        Du wirst immer Menschen finden, welche sich versuchen für etwas zu halten, was sie (deiner Meinung nach) nicht sind. Was ist daran so schlimm?

        Nun, weiter zu meiner Meinung bzgl. Scanner. Diese starke „Vereinfachung“ des Lebens benötigt eine gewisse Wissensmenge und eine gewisse Neugierde, wie das Leben überhaupt funktionieren könnte. Dies setzt voraus, dass viele Dinge ausprobiert werden (müssen), um zu verstehen, was man verstehen möchte.

        Ich kann nur von mir behaupten, was mich antreibt, alle Dinge ausprobieren zu können. Wenn ich ein gewisses Zusammenspiel verstehe oder erkenne, dann erblüht mein Herz und mein gesamtes Wissen bekommt entweder noch mehr Bestätigung oder eine neue Sicht entwickelt sich.
        Ich bin auf dieser Welt und empfinde alles um mich herum als ein Rätsel. Meine gesamte Existenz widmet sich dieser Neugierde.

        Von dem was du über dich schreibst, scheinst du nicht sehr weit von einem sehr intelligenten Menschen zu sein. Wahrscheinlich haben einige (abwehrende) Gedanken deine Haltung zu diesem Thema sehr verändert, was dir die Zugänglichkeit erschwert/unmöglich macht.

        Zum Thema Arroganz: Diesen Vorwurf kann ich verstehen, das machen viele. Bescheidenheit ist in unserer Gesellschaft sehr wichtig. Besser noch ist es, wenn jeder von sich behauptet, dass er schlechter ist, als er es wirklich ist. Irgendwie ist das für mich eine Gesellschaft, welche vom Selbstwertmangel getrieben wird.
        Ich habe mein Leben lang nie geglaubt, dass ich Hochbegabt bin, weil ich ja so bescheiden sein soll. Im Endeffekt hat mir das nur geschadet. Ich habe all meine Fähigkeiten nicht ausgelebt und das nicht mal bemerkt. Die Kompensation begann dann schleichend und ADS wurde diagnostiziert.

        Daher kann ich von mir definitiv behaupten, dass ich Dinge viel schneller kann, als viele andere. Was ist daran schlimm, wenn ich es ausspreche? Ein guter Athlet gibt es ja auch zu.

        Du weisst nicht, was ich kann, daher hat deine Aussage diesbezüglich bei mir nicht viel Gewicht. Lies mal über viele Universalgelehrte/Genies und schau wie Bescheiden die waren 😉 Einstein war meines Wissens nach sogar sehr unsympathisch.

        Gefällt mir

        • Japp, mein Unterton (aber auch der Oberton) ist vorwurfsvoll. Man muss schon mächtig naiv sein um den Scanner-Quatsch zu glauben.

          Habe ich persönlich davon Schaden getragen? Spielt das denn eine Rolle? Ich bin auch gegen die Umweltzerstörung, obwohl ich persönlich noch keinen Schaden davongetragen habe, dass z.B. die Meere voller Plastikmüll sind.

          Ich bin der Meinung, dass alle Scanner hochbetagte Spinner sind. Aber bestimmt nicht „wahrheitsneugierig“. Denn das hiesse ja „wissenschaftlich“. Und die Wissenschaft lehnt das Konzept „Scannerpersönlichkeit“ durch Nichtbeachtung ab. Warum? Weil keine überprüfbaren Aussagen gemacht werden. Ein Scanner ist von der Beschreibung her schon so derart vage, das im Grunde jeder zweite Mensch (oder mehr) ein Scanner sein könnte. Und dann wäre der Scanner letztlich nur … Mensch.

          Wenn du Dinge schneller kannst als viele andere, hast du dich konkret mit denen gemessen? Bäckst du schneller Kuchen als sie? Schreibst du schneller auf deiner Tastatur? Löst du Kreuzworträtsel schneller? Und selbst wenn, Zeit ist nicht der einzige Faktor, in vielen Disziplinen ist Qualität oder Korrektheit mindestens ebenso wichtig. Jedenfalls macht Geschwindigkeit nach keiner Definition einen Scanner aus. Die Neugierde ist der Scanner, aber warum soll man dann nicht einfach bei einem „ich bin ein neugieriger Mensch“ bleiben? Braucht man dafür ein höchst vage definierten Begriff um sich mit etwas zu identifizieren, was man landauf landab zuhauf findet?

          Gefällt mir

        • @Steffen: „Man muss schon mächtig naiv sein… “ …(,) um seine Meinung so wichtig nehmen zu können.

          Wer bist du, um solche Beurteilungen machen zu können? Da hat für mich ein Mensch mit guter Selbstreflexion und „ERFAHRUNG“ (darauf basiert die Wissenschaft) in dieser Richtung bestimmt mehr Gewichtung.

          Sorry, aber ich weiss echt nicht, was du dir selbst mit diesem Beitrag beweisen willst.

          So wie du die Menschen oberflächlich urteilst, könnte man dich ebenfalls an deiner Rechtschreibung (be)urteilen.

          Gefällt mir

        • Ich will darauf hinweisen, dass Scannerpersönlichkeit ein esoterisches Konstrukt ist das derart schwammig konzipiert ist, dass es auf die Mehrheit der Menschen zutreffen wird. Demzufolge nimmt die Wissenschaft auch keinen Anteil an der Diskussion, weil keine be- oder widerlegbaren Aussagen gemacht werden, die man überprüfen könnte.

          Die Wissenschaft beruht im übrigen auf dem Bestätigen oder Widerlegen von Behauptungen, und natürlich dem Aufstellen von Behauptungen (Hypothesen), nach Möglichkeit mit falsifizierbaren Aussagen (Theorien). Mit Erfahrung hat das nichts zu tun, sondern mit belegtem Wissen. Unsere Erfahrungen sind auch nicht rückgängig zu machen, die Wissenschaft verwirft auch frühere Annahmen, wenn sie sich als falsch erweisen.

          Gefällt mir

  8. Sehr geehrter Herr Itterheim,
    genau diese intollerante Veruteilung, von allem was Sie mit Ihrem Lebensmodell nicht überein bekommen, die vermeintliche Einteilung der Welt in Richtig und Falsch. Dinge die Sie sich nicht vorstellen können, müssen falsch sein. Das untermalen Sie mit Seitenlangen „wissenschaftlichen“ Begründungen warum genau Sie recht haben und deswegen alles Andere Falsch sein muss, … genau diese Denke erzeugt Streit und Leid.

    Der Begriff des Scanners wurde nicht von Fr. Heintze erfunden. Der Begriff wurde zum ersten mal von Barbara Sher in Ihrem Buch „Ich könnte alles tun wenn ich nur wüsste was ich wollte“ verwendet. Fr. Sher hat in Ihrer Praxis die Erfahrung gemacht, dass es Menschen gibt, die anders ticken und die nicht ganz so gut in das vorherschende Gesellschaftssystem passen. Sie hat nach Antworten und Möglichkeiten für diese Menschen gesucht. Ich habe das Buch gelesen und für Fragen die mein Leben betreffen unglaublich hilfreiche Antworten gefunden. Nach dem was Fr. Sher beschreibt bin ich ein Scanner durch und durch. Die Erkenntnis hilft mir enorm. Jede Zeile Ihres Buches war für mich eine Offenbarung. Nicht weil ich mich jetzt zu irgendetwas zugehörig fühle oder weil ich mich jetzt als etwas besseres fühle sondern weil ich jetzt einfach weis, was für mich sinnvoll ist und was nicht und dass ich mich von Menschen wie Ihnen nicht mehr in Frage stellen lassen muss!

    Ich möchte Sie einladen, sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass es Dinge auf dieser Welt gibt, die ausserhalb Ihrer persönlichen Vorstellungkraft liegen.

    Gefällt 1 Person

    • Dinge, die ich mir nicht vorstellen kann, sollten sich Mühe geben, einen greifbaren Beweis zu liefern. Das gleiche würde ich jedem Kreationisten, jedem Klimaveränderungsverweigerer, jedem Verschwörungstheoretiker an den Kopf werfen.

      Das Buch von Frau Sher habe ich gelesen, naja genug Auszüge davon um es als populärwissenschaftlichen Unsinn identifizieren zu können. Es werden keinerlei nachweisbaren Aussagen gemacht, stattdessen Einzelfallstudien herangezogen. Vermutlich hat Frau Sher erkannt, dass sich mit einem New-Age Psychologiewort und passendem Buch gut Geld verdienen lässt, weil es die Auftragsbücher füllt. Sie wäre jedenfalls nicht die erste.

      Jetzt mag man einwerfen: sie macht doch keine Lebensberatung (mehr)! Richtig. Sie verweist an andere „Therapeuten“ die vermutlich ihr dafür Geld abtreten dürfen, in einer Form (Lizenzgebühren) oder einer anderen (Ausbildungsseminare). Da sie an der Spitze der Bewegung steht hat sie es vermutlich schlicht nicht mal mehr nötig eine Praxis zu betreiben. Ja, in gewisser Weise beneide ich diese Frau.

      Was Sie als „unglaublich hilfreiche Antworten“ bezeichnen sind in Wahrheit nichts weiter als allgemeinverbindliche Aussagen vom Niveau eines durchschnittlichen Horoskops. Es geht runter wie Öl wenn man dieses benötigt. Als ich in ihrem Buch gelesen habe, war mir auch sofort klar: ich soll Scanner sein. Klar. Und dann zeigt man die entsprechenden Abschnitte jeden, den man so kennt und siehe da: auch die sind alle Scanner! Ich habe bis heute noch niemanden gefunden der Frau Shers Aussagen nicht mit einem kopfnicken bestätigt hätte (sofern der Text nicht sofort als der hanebüchene Horoskoptext erkannt wurde, der er ist).

      Es gibt Dinge außerhalb meiner Vorstellungskraft, aber Scannerpersönlichkeit ist mit Sicherheit eines der Dinge, für die man nur ein wenig gesunden Menschenverstand benötigt um zu begreifen, was es ist: nichts besonderes, etwas alltägliches.

      Gefällt mir

      • „Was Sie als „unglaublich hilfreiche Antworten“ bezeichnen sind in Wahrheit nichts weiter als allgemeinverbindliche Aussagen vom Niveau eines durchschnittlichen Horoskops. “

        Ach und du kennst die Wahrheit?

        Gefällt mir

      • Bin da auch sehr skeptisch, erinnere mich noch als mein halber Freundeskreis auf einmal Hochsensibel wurde (vorallem die für mein Empfinden gegenüber anderen unvorsichtigen)… Und selbst wenn eine Hochbegabung z.B. bei einem Kind festgestellt wird, sollte man sich überlegen wie man damit umgeht. Das kann zu einem sehr kranken Ego und schweren Problemen führen wie ich bei einem engen Freund feststellen musste.

        http://www.scientificamerican.com/article/the-secret-to-raising-smart-kids1/

        Würde mich interessieren was sie von diesem Artikel halten.

        Zu den Scannern: Wird das auf den Seiten als wissenschaftlicher Fakt beschrieben oder ist es nicht eher ein Ratschlag oder eine Perspektive? Ich weiß nicht was ich habe (ADHS, Angst, Faulheit, doof) aber ich hatte schon immer Probleme strukturiert zu arbeiten, bei einer Sache zu bleiben und darunter auch viel gelitten.
        Ich persönlich kam erst besser im Leben zurecht nachdem ich so einen “Scanner personality“ Text gelesen hatte und an vieles ganz anders rangegangen bin. Hab immerhin das Biologie Studium geschafft und das ging für mich nur mit meinem „Chaos lernen“.

        Auch dieses „refuse to choose“ Motto kann befreiend sein. Will nur sagen nicht jedem gehts nur darum sichals etwas besonderes zu halten: Manch einer muss auch von klein auf einen Haufen Scheiß von seinen Mitmenschen schlucken und möchte einfach irgendwie besser zurechtkommen/glücklich sein.

        //Text ist ziemlich hingeschludert, hoffe es kommt an

        Gefällt mir

        • Es kam an. „Scanner“ sind kein wissenschaftlicher Fakt, noch nicht mal eine Theorie und selbst für eine Hypothese reicht es nicht. Die genannten Rahmenbedingungen um „Scanner“ zu sein sind schlicht zu allgemeingültig und universell anwendbar als das sie jemanden in seiner Persönlichkeitsstruktur einer bestimmten Schublade zuordnen könnte.

          Im Grunde leitet es sich aus dem Wunsch ab, irgendwie Bestätigung für das anders-sein zu finden, obwohl man dieselben Eigenschaften und Probleme bei einem Haufen anderer Menschen feststellen und beobachten kann. Sofern man genau genug hinschaut. Dazu kommt der gesellschaftliche Druck, doch bitte mit spätestens 18 genau zu wissen, wie die berufliche und familiäre Karriere zu laufen hat und an welchem Strand man seinen Alterswohnsitz haben wird. Und das insbesondere zu einer Zeit, in der sich solch altmodische Vorstellungen radikal auflösen.

          Da greift manch einer zum nächstbesten Strohhalm, der sich anbietet, einem die Welt bzw. das eigene Wesen näher zu bringen.

          Gefällt mir

  9. Ich glaube, dass diese Scanner eigentlich nur die Welt ein bisschen besser machen wollen. Sie möchten gar nicht anders sein. Sie möchten die Fähigkeiten, die wahrscheinlich auch viele andere haben aber für einen bestimmten Grund einsetzen, den sie suchen. Hier hilft mir dieses Buch von Fr. Heinze. Ich denke, dass auf beiden Seiten der Diskussion fast alles so gesehen werden kann. Aber ich denke, dass die Diskussion über Details nicht das trifft, was der „Scanner“, “ Hans guck in die Luft“ oder auch Fr. Heintze bezwecken möchten. Ein „Hans guck in die Luft“ usw. möchte etwas bewirken in der Welt – egal ob er jetzt anscheinend hochbegabt oder vielbegabt ist. Es geht um kreative Lösungen und nicht um Detail-Diskussionen :). Da ich ja auch Humor habe und damit die Diskussion vielleicht endet können wir uns ja vielleicht auf einen Namen einigen wie: „ganz normale, durchschnittliche Möchtegern-Weltverbesserer“. Mit dem Namen kann ich genauso gut leben, solange mich die Leute dann in Ruhe arbeiten lassen ;).

    Zum Test: Ich sehe auch die Gefahr, dass sich viele als Scanner sehen könnten, aber ich glaube/hoffe, dass 1. Fr. Heinze dies nicht aus Marketing-technischen Gründen gemacht hat und
    2. Menschen, die sich als Scanner vielleicht erst vermuten, durch das weiterlesen im Buch oder spätestens, wenn sie mit einem wirklichem „ganz normalen, durchschnittlichen Möchtegern-Weltverbesserer“ in Kontakt treten es rauskriegen, um nicht falsche Entscheidungen zu treffen.

    Gefällt mir

    • „Ich glaube, dass diese Scanner eigentlich nur die Welt ein bisschen besser machen wollen. Sie möchten gar nicht anders sein.“

      Es wäre zu schön, wenn dies nicht die Grundhaltung der meisten halbwegs intelligenten Menschen wäre. Man muss sich nur ansehen, wie viele sich für allerhand Dinge engagieren, haupt- und nebenberuflich.

      Gefällt 1 Person

  10. Lieber Steffen,

    „Glückwunsch! Sie haben diesen komplett sinnbefreiten Scannerpersönlichkeits-Test erfolgreich bestanden. Sie sollten nun Ihre Kreditkarte bereit halten.

    Vielleicht haben Sie nun so ein Gefühl von Zugehörigkeit entwickelt, da sie doch nach diesem Test zweifelsohne eine Scannerpersönlichkeit sein müssen? Laut Frau Heintze ist das schließlich das einzig wichtige an diesem Test:

    Das einzige was wichtig ist, ist das du das Gefühl von Zugehörigkeit hast.“ – von Steffen

    Genau darum geht es bei Anne Heintze! Und wer es merkt oder seine Meinung in ihrer OpenMind Gruppe auf Facebook äußert, der wird sofort aus der Gruppe verbannt!

    Meinungsäußerung ist für Anne Heintze nämlich nicht ok. Auch wenn sie freundlich, höflich und konstruktiv erfolgt. Ich habe meine Meinung noch nicht mal wirklich geäußert und wurde aus dieser Gruppe geworfen. Ein Post eines Mitgliedes zu einem speziellen Thema, der neutral und an keiner Stelle beleidigend war, wurde einfach gelöscht! Auf die freundliche Frage, wohin denn der Post verschwunden ist, weil mich das Thema auch interessiert, wurde ich aus der Gruppe gelöscht!

    Man hat den Eindruck, es mit einer Horde machtgieriger Narzissten zu tun zu haben, die alles, was auch nur annähernd Kritik sein könnte, in den falschen Hals bekommen und die „Übeltäter“ dann löschen. D. h. alle die schau genug sind, diese Psycho-Macke zu erkennen. Also ihr mit ihrer Kritik „gefährlich“ werden können. Wie wenig Selbstbewusstsein muss diese Frau haben?!

    Es dreht sich alles um den großen Marketingzweck bei ihr. Aber wehe es macht Arbeit! Dann wird Frau Heintze aber böse. Sie hatte mehrere Tage einen Post, der mit „Es geht mir auf die Nerven“ anfing, ohne Anrede ganz oben in den Diskussionsbereich als „Begrüßung“ gepinnt. Dabei ging es darum, dass Neulinge es unterlassen sollen, sich für die Aufnahme in die Gruppe zu bedanken, weil es sie nervt. Der Ton war sehr aggressiv. Das hatte ein Gruppenmitglied eben auch angemerkt. Der Post verschwand, das besagte Gruppenmitglied dann später auch. Aber sie darf austeilen. Nur sie, kein anderer. Sie ist eben die HS-Göttin… Jedenfalls denkt sie das.

    Dann diese Augenwischerei und Selbstbeweihräucherung bzgl. der schnell anwachsenden Gruppengröße: Es wäre ja so toll, dass diese Gruppe innerhalb von 1 Woche schon 2.500 Mitglieder hat. Was passiert ist: Vorher hieß die Gruppe Hochsensibilität und Hochbegabung. Diese wurde gelöscht und dafür die Gruppe OpenMind People eröffnet. Mit der Begründung, dass es ja so viele passive Mitglieder gäbe und mal aufgeräumt werden müsste. Die Admins haben daraufhin alle Mitglieder aus der alten Gruppe zur neuen Gruppe hinzugefügt. Das schnelle Wachstum der Gruppe ist also von denen selbst herbeigeführt worden und somit kein wirklicher Verdienst. Wer weiß was da in der HS & HB Gruppe abgegangen ist?! Denn sowas ist doch unlogisch, die Gruppe zu schließen und im Prinzip das gleiche nochmal neu aufzuziehen.

    Ich habe mich dann über die vielen Freundschaftsanfragen gewundert. Alles Mitglieder, die rausgeschmissen wurden und sich kurz vorher noch mit mir angefreundet haben. Sie haben sich alle darüber beschwert. Wir tauschten uns aus. Denn man darf bei Anne Heintze einfach keine Meinung haben. Das einzig Akzeptable: Sie bewundern. D. h. das Grundgesetz wird da mal schön missachtet. Es geht dort ein bisschen wie bei Animal Farm von George Orwell zu: Alle Tiere sind gleich, nur einige sind gleicher. In dem Fall sie und die Admins.

    Ich habe 2 ihrer Bücher gekauft. Ein weiteres einer Freundin geschenkt und ihre Bücher weiterempfohlen. Das werde ich jetzt schön lassen und von ihr abraten. Auch die Frage, mal ein Seminar von ihr zu besuchen, hat sich damit erledigt. Für so eine kranke Persönlichkeit gurke ich doch nicht extra in ihr hessisches Nest.

    Ich finde das ist kein korrekter Umgang mit den Gruppenmitgliedern. Es ist komplett daneben und damit für mich unseriös. Was meinst Du dazu?

    Grüße Malle

    Gefällt mir

    • Man hat den Eindruck, es mit einer Horde machtgieriger Narzissten zu tun zu haben, die alles, was auch nur annähernd Kritik sein könnte, in den falschen Hals bekommen und die “Übeltäter” dann löschen.

      Ich war in diversen Facebook Gruppen um einen Eindruck zu bekommen, wer diese Menschen sind. Bei Frau Heintze’s „bester Kollegin“, die dasselbe anbietet aber in ihrem Programm auch esoterischen Bullshit wie „Quantenheilung“ hat, bin ich in kürzester Zeit aus ihren Gruppen entfernt worden. Wer versucht, zu ergründen was es mit Scannern usw. wirklich auf sich hat, ist nicht erwünscht. Nach und nach erging mir das so mit anderen Gruppen. Insofern verhalten sich die Scanner & Co kein bißchen anders wie andere Verschwörungstheoretiker (Chemtrails, Mondlandung, 9/11, flache Erde) oder Esoteriker (Heilsteine, Wahrsager, Quantenheiler, Astrologen). Die bleiben halt lieber gern unter sich, die wollen keine Störfaktoren in ihrem Weltbild.

      Besonders genervt hat mich, wie sehr die Leute von sich selbst und ihrem Schaffen überzeugt sind. Aber kaum einer liefert „Beweise“, auch nich auf Nachfrage. Das wenige, was einzelne bereit waren zu zeigen, strotzte nur so vor Banalität bis Stümperei. Die gezeigten Arbeiten darf man aber nicht mal ansatzweise kritisieren, nur lobhudeln ist erlaubt.

      Wer weiß was da in der HS & HB Gruppe abgegangen ist?! Denn sowas ist doch unlogisch, die Gruppe zu schließen und im Prinzip das gleiche nochmal neu aufzuziehen.

      Klingt jedenfalls schräg. Ich meine umbenennen kann man FB Gruppen problemlos. Man verliert auch all die Google Pageranks wenn man eine neue Gruppe aufmacht, das macht man nicht leichtfertig. Und da die Admins wohl noch Kontrolle über die alte Gruppe hatten ging es wohl auch nicht um irgendwelche Admin-Machtspielchen.

      Ich finde das ist kein korrekter Umgang mit den Gruppenmitgliedern. Es ist komplett daneben und damit für mich unseriös. Was meinst Du dazu?

      Seriös fand ich die ganze Szene schon von Anfang an nicht. Allein aufgrund der Nähe zu esoterischen Themen, mal mehr oder im Fall von Frau Heintze weniger offen dargelegt. Aber schon in den verlinkten Teams findet man eben schnell esoterische Heilangebote, sprich: Quacksalberei. Wenn man in diesem Umfeld aktiv ist, dann können die zuerst noch „normal wirkenden“ Lebensberatungsangeboten nicht wirklich mehr sein als Wohlfühlangebote. Gegen Geld, versteht sich. Das hat was von einer Ökofirma oder Verein, die diverse Firmen aus der Öl-Industrie verlinkt. Da verbietet sich jeglicher Gedanke an Seriösität von selbst.

      Ansonsten darf jeder gern von seinem „Hausrecht“ Gebrauch machen und Gruppen öffnen, schließen und Mitglieder rumschieben, aussperren. Das man sich damit nicht unbedingt beliebt macht, besonders wenn man es nicht begründet, ist klar. Seriös ist das dann auch nicht. Es öffnet Spekulationen über die Hintergründe Tür und Tor.

      Gefällt mir

  11. Vielen Dank für diese wirklich gute Kritik. Ich hatte einiges auf der nicht so „Open Mind Akademie“ Seite gelesen und dachte mich trifft der Schlag ob so viel sinnfreies Geschwafel, so viel esoterischem Geschwätz von Seelen usw. Dann zu sehen, wofür das gut ist und offenbar auch funnktioniert: Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen, macht mich traurig. Ich hatte auf den Seiten auch freundlich-kritische Kommentare hinterlassen, die bis heute nicht veröffentlicht wurden. Traurig so etwas.

    Hut ab auch vor deiner Geduld mit diesen Impertinenten hier, die Texte offenbar nur nach Rechtschreibfehlern „scannen“.

    Gefällt mir

  12. Pingback: Bitte keine Kritik an Autorin Anne Heintze – cdv!

  13. Alleine der Mensch, welcher sich Gedanken und Wahrnehmungen macht über Anne und jegliche Kontraprojektzionen. Ob JA, ja oder nein. Hat eine Sensibilität im Körper, die „Andere“ nur aus Klugscheisserei dementieren.

    Gefällt mir

  14. Ich würde mal annehmen das mit mehrere Ziele gleichzeitig setzen nicht der Tagesablauf gemeint ist wie kochen nebenbei abwaschen oder sowas.. Eher ich möchte einen Stuhl bauen aber gleichzeitig noch ein xxl Kuscheltier für mein Kind häkeln dann am besten noch das Badezimmer sanieren..das soll nicht heissen man möchte das alles zum exakt gleichen Zeitpunkt machen.. Vielleicht versteht man sowas nicht wenn man diese Gedankengänge nicht kennt oder du möchtest es einfach nur verlustigen

    Gefällt mir

    • Wow! Auf den Gedanken wäre ich nie gekommen. Mir ist es absolut noch nie passiert, dass ich einen Gedanken an einen anderen Vorgang hatte, bis der jetzige angegangen und abgeschlossen war!

      Nein, ernsthaft: das ist vollkommen normal. Natürlich denke ich dran, die neue Wohnung einzurichten, die nächste notwendige Anschaffung, das Umzugsunternehmen auszusuchen, Urlaub zu beantragen, die Adresse zu ändern, usw. usf.

      Im Extremfall (hier Umzug) gibts eine Menge zu bedenken, aber auch im Alltag gibt es so Tage wo man Termine, eigene Wünsche koordinieren muss und dabei die eigene Leistungsfähigkeit und die unveränderliche Dauer eines Tages in Einklang bringen muss. Das ist so alltäglich, dass die wenigsten Menschen auch nur einen Gedanken daran verschwenden würden, es könnte etwas besonderes und man selbst „Scanner“ sein.

      Neulich habe ich mich zudem noch gefragt, ob hinter Scanner nicht noch eine psychische Krankheit stecken könnte. Manch eine Eigenschaft könnte man genauso als ein Sympton sehen, z.B. für ADHS: viele Dinge anfangen und nicht zu Ende bringen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Als ich davon gehört habe, hats bei mir „Hoppla!“ gemacht, dass kenn ich doch vom vermeintlichen Scanner?

      Es könnte sich also hinter Scannerpersönlichkeit im schlimmsten Fall nur eine Scheindiagnose verbergen, die nicht hilfreich ist und womöglich sogar gesundheitsgefährdend sein kann.

      Gefällt mir

  15. Vorweg (und gänzlich unironisch): ein Hoch auf Ihre Skepsis! Ihre Argumentation ist grundsätzlich richtig: es ist unabdingbar auf wissenschaftlichen und somit evidenten und reproduzierbaren Fakten zu beharren. Bias ist zu minimieren! Absurd vor diesem Hintergrund ist jeder Kommentar, der Ihnen (in fast beleidigtem Tonfall) Intoleranz vorwirft.
    All diese Bezeichnungen wie „Scanner“, „Hochbegabte“ wirken wie persönlichkeitsstützende Selbstattributierungen, die allzusehr ein Kompensationsbedürfnis in sich tragen.

    Denn darum geht es: das Maß an Selbstbetrug deutlich zu reduzieren.

    Aber hier wird es schwierig: natürlich kann dies immer nur näherungsweise geschehen, wenn ein Konstrukt, wie eine unumstößliche/echte Wahrheit kaum haltbar ist.
    In Naturwissenschaften, in der Mathematik scheint dieser Näherungsprozess vielleicht eher durch „harte Fakten“ zu belegen zu sein als in den so genannten Geisteswissenschaftem, wo Argumente vielfach lediglich wie eine Meinungsoption daherkommen.

    Aber auch hier ist Vorsicht geboten:
    Cave: http://www.wissenswerte-bremen.de/userfiles/Präsentationen/B4_Hornbostel_Retractions_und_m.pdf

    Immerhin kann ein Arzt auf physiologisch greifbaren Veränderungen wie abweichenden Laborparametern oder Veränderungen in bildgebende Verfahren zu diagnostischen Schlüssen kommen. Auch sind wahnhafte Denkinhalte eher klar zu identifizieren.

    Bei ADHS wird die Klarheit einer Diagnose schon deutlicher schwieriger, denn diese beruht ebenso auf Kategorisierung und Zuschreibung und eben nicht auf typischen (und fassbaren) hirnorganischen Veränderungen.
    Eine strukturelle Nähe zu der Methodik, eine Gruppe von Menschen anhand definierter Eigenschaften als Scanner zu bestimmen ist da durchaus gegeben.
    Natürlich trifft ihre Kritik zu, dass die („Scanner“-definierenden) Merkmale im genannten Test alle sehr weit gefasst sind. Vielleicht ist das auch die Krux der Psychologie insgesamt. Der Wunsch nach Kategorisierung und Abgrenzung, nach Klassifikation in einem Umfeld das mit Tests schwer messbar und von subjektiver (Selbst) Einschätzung abhängig ist.
    Denn ab wann wäre denn ein Test valide und wo ist konkret die Grenze zur Beweiskraft.
    (Die Sie diesem Test wohl zu recht auch absprechen)

    Natürlich kann alleine der Umstand, dass irgend eine amerikanische Autorin ein Buch zum Thema schreibt, schwerlich ein Beweis sein und die vielen „Gläubigen“ der Scanner Theorie sitzen dem grundsätzlichen Bewertungsfehler auf, dass Dinge, die in Medien publiziert sind sofort mit „der Wahrheit“ gleichgesetzt werden.
    Aber ganz ehrlich, eine „Scannerpersönlichkeit“ definieren zu wollen ähnelt der grundsätzlichen Methodik der Psychologie mehr als Sie glauben.
    Und in meinem persönlichen Umfeld finden sich ganz sicher nur die wenigsten Menschen, auf die viele dieser (sicher willkürlich festgelegten) Scanner-Eigenschaften zutreffen.
    Das Maß, Wissen absorbieren zu wollen, tausend Dinge ausprobieren zu müssen, begeisterungsfähig zu sein, das alles ist doch insgesamt sehr begrenzt. (Ich weiss: unbewiesene Behauptung..)
    Denn sonst würde wohl auch die Welt in ihrer Gleichförmigkeit weniger gut funktionieren, in der die Meisten offenbar kaum einen Leidensdruck durch Mangel an Vielfalt zu empfinden.

    Die Resonanz auf dieses „Scanner Konstrukt“ ist doch beachtlich.
    Das sollten Sie nicht unterschätzen. Offenbar ist „da etwas“, das eben nicht jedem Zweiten zuzuschreiben ist.

    Vielleicht spielen Hirnstoffwechselprozesse ein Rolle.
    Vielleicht liegt hier ein Schlüssel:
    http://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-im-teufelskreis-der-lust/1365395

    ..aber so gänzlich absurd ist diese Scanner Kategorisierung nicht.
    http://www.meinberufsweg.de/erste-hilfe-fuer-scanner/
    Irgendwie habe ich mich dabei sehr verstanden gefühlt. „Aha“ Erlebnis. Und nein: das trifft eben nicht auf „die Anderen“ zu, die ich kenne.
    ..sehr unwissenschaftlich, ich weiss.
    LG

    Gefällt mir

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s