Kritik: Hochsensibilität / HSP Test von zartbesaitet.net

Folgenden HSP Test von dem Verein zur Förderung hochsensibler Menschen (zartbesaitet.net) möchte ich heute genauer unter die Lupe nehmen. Es handelt sich um einen multiple-choice Test mit 29 Fragen die man auf einer Skala von 1 (—) bis 7 (+++) bewerten soll – von „nein, überhaupt nicht“ bis zu „ja, sehr!“.

Im Test sind nur 28 Fragen relevant für die Auswertung. Warum man die letzte Frage überhaupt in den Test mit aufgenommen hat, ist mir nicht ersichtlich. Zumal diese Frage nach der Zufriedenheit im Beruf in keinem eindeutigen Zusammenhang mit Hochsensibilität steht. Genausowenig die Frage nach dem Alter und dem Geschlecht.

Auffallend bei diesem HSP Test ist die Präkonditionierung des Probanden. Zum einen wird es Menschen, die die Diagnose HSP suchen, leicht gemacht, diese zu finden. Es ist durch die Symbolik (+++) intuitiv ersichtlich, dass  durch mehr „positive“ Wertungen auch das Testurteil mit höherer Wahrscheinlichkeit das Resultat „hochsensibel“ ausspucken wird.

Was der Test im übrigen schon ab einer geringen Punktzahl auch tut. Genauer gesagt: gibt man überall eine 4 an, also „halb-halb, weiß nicht“, dann erhält man schon 168 Punkte und liegt über den 163 Punkten, die vermeintlich den Beginn der Hochsensibilität markiert. Diese Normierung ist schon höchst dubios! Selbst wer alle Punkte nicht weiss, ist bereits ein klein wenig HSP.

Durch die Präkonditionierung disqualifiziert sich der Test schon im Vornherein, selbst für einen Schnelltest kann das Ergebnis in keinster Weise verwertbar sein. Es ist auch leicht nachvollziehbar, das sehr viele Punkte von den meisten Menschen mit einer überdurchschnittlichen Wertung (5-7) bewertet werden dürften. Demzufolge läuft das Ergebnis fast zwangsläufig auf eine HSP „Diagnose“ hinaus.

Hinweis: Erst im Nachhinein erfuhr ich, das es sich bei diesem Test um eine übersetzte Version der Fragen des HSP Tests von Elaine Aron handelt, welcher ihrer wissenschaftlichen Arbeit entspringt. Die abschliessenden Bewertungen stammen jedoch nicht von Elaine Aron. Da ich nicht geprüft habe, inwieweit die Übersetzung fachlich korrekt und neutral in der Wertung ist, kann meine Kritik an dem zartbesaitet.net HSP Test nicht direkt auf den englischen HSP Test von Aron erweitert werden. Aron selbst macht in ihren Anmerkungen zurecht deutlich, das einige Merkmale des Tests mit Vorsicht zu geniessen sind. Die Auswertungen von zartbesaitet.net sind jedoch nicht aus Arons Arbeit abgeleitet und somit der Schlüssel zur suggestiven Ausrichtung dieses HSP Tests von zartbesaitet.net.

Das der Test von E. Aron ist zeichnet im übrigen kein gutes Bild über ihre wissenschaftliche Arbeit. Sie relativiert zwar die Wirksamkeit des Tests, aber tut dies nur oberflächlich. Als Wissenschaftlerin müsste sie eigentlich ein vernichtendes Urteil über ihren eigenen Test fällen und sich dafür schämen.

Nun zu den einzelnen Merkmalen:

  1. Stimmungen anderer Menschen beeinflussen mich
  2. Sich in Beziehungen dem Partner stärker verbunden fühlen als das es der Partner tut
  3. Sich zurückziehen wollen an Tagen, an denen viel los ist
  4. meine, schmerzempfindlich zu sein
  5. intensive Außenreize (Licht, Gerüche, Sirenen) überwältigen mich leicht
  6. habe ein reiches, vielschichtiges Innenleben
  7. guter Zuhörer: Menschen kommen mit ihren Problemen zu mir
  8. bin gewissenhaft
  9. es bringt mich durcheinander, wenn in kurzer Zeit viel zu erledigen ist
  10. erschrecke leicht
  11. mir ist es wichtig, aufregende oder überfordernde Situationen (Überstimulation) möglichst zu vermeiden
  12. tief bewegt durch Kunst, Musik oder Naturstimmungen
  13. bemerke und genieße zarte, feine Gerüche, Geschmäcker, Klänge, Kunstwerke
  14. Lärm ist mir unangenehm
  15. regt mich unangenehm auf, wenn rund um mich sehr viel vor sich geht (Trubel)
  16. bemerke mehr Feinheiten in meinem Umfeld als die meisten Menschen
  17. scheine eher naiv zu sein, nehme Scherze für bare Münze
  18. gelegentliche Phasen von „Weltschmerz“, gewohnte oder banale Tatsachen machen sehr traurig
  19. finde es lästig, wenn gleichzeitig verschiedenste Dinge von mir verlangt werden
  20. strenge mich an, keine Fehler zu machen, nichts zu vergessen
  21. Hunger hat starke Auswirkungen auf meine Konzentrationsfähigkeit oder Laune
  22. wichtig, aufregende oder überfordernde Situationen zu vermeiden
  23. Veränderungen im Leben bringen mich durcheinander
  24. unter Beobachtung oder Wettbewerb nervös werden, dadurch schlechtere Leistungen bringen
  25. Als Kind dürften mich meine Eltern oder Lehrer für scheu oder sensibel gehalten haben
  26. träume oft bunt und intensiv
  27. Mein Traumleben ist mir wertvoll
  28. Harmonie ist mir wichtig; Rückzug bei Konflikten
  29. mit beruflichen Situation glücklich und zufrieden

Stellvertretend für den Leser werde ich den Test ernst nehmen, und die Wertungen nach meinem persönlichen Empfinden abgeben.

  1. Stimmungen anderer beeinflussen mich? Ich wüsste niemand, den das kalt lässt und hier 1-3 werten könnte. Nicht einmal Nicht-HSP. Es kommt natürlich immer auf die Person an. Ob der Busfahrer mies drauf ist, beeinflusst mich weitaus weniger, als die Stimmung meines Partners. Ich persönlich denke also an Personen, die ich persönlich gut kenne und schätze, und tippe daher eine 6.
  2. Sich in Beziehungen dem anderen stärker verbunden fühlen als das umgekehrt der Fall ist. Ich vermute, das dieser Eindruck ebenso weit verbreitet wie er falsch ist. Der Eindruck ist aber auf jeden Fall völlig subjektiv. Und (Achtung: Klischee) wird vermutlich von Frauen wesentlich höher bewertet als von Männern. Was sicher nicht zuletzt daran liegt, das es Männer mit dem „Gefühle ausdrücken“ nicht so haben (ebenso: Klischee). Persönlich bei mir auch eine 6.
  3. Sich zurückziehen wollen, wenn viel los ist. Nach dem Partyabend ist sicher jeder froh um die Ruhe, egal wie schön das war. Bei mir eine 7, Gruppen ab vier Personen aufwärts empfinde ich mit zunehmender Dauer und exponentiell mit dem Anstieg der Beteiligten Personen als sehr anstrengend und ermüdend.
  4. Scheine schmerzempfindlich zu sein. Wieso scheinen? Man sollte schließlich bewerten, ob man schmerzempfindlich ist, nicht ob man nur so scheint als ob. Durch das „scheinen“ wird es suggestiv, weil es bestärkt einen, eine höhere Wertung abzugeben, wenn die Schmerzempfindlichkeit auch nur den Anschein hat, erhöht zu sein. Ich empfinde vermutlich Schmerzen vergleichsweise normal, also 4.
  5. Von intensiven Außenreizen überwältigt. Beeindruckt, vielleicht. Genervt, sicher. Es kommt auf die Dauer an. Dieser Punkt wäre aus meiner Sicht auch der erste, der ein real existentes Phänomen der Hochsensibilität abfrägt. Ich nehme die 2.
  6. Oh, das reiche, vielschichtige Innenleben. Nein, das hab ich nicht. Kleiner Scherz. Natürlich haben wir das alle! Oder etwa nicht? Eine glatte 7.
  7. Menschen kommen mit ihren Problemen zu mir. Ja, aber eher, weil ich oft eine Antwort weiß und nicht, weil ich besonders gut zuhören kann. Also merken, was gesagt wurde, oder es gar verstehen. Trotzdem kommen sie zu mir, weil ich scheinbar ein bequemer Ansprechpartner bin, der nicht einfach widerspricht (bei Problemen) sondern Lösungsorientiert denke. Ich tippe eine 5 weil ich nicht glaube, das mit zuhören das gemeint ist, weswegen Menschen auf mich zukommen.
  8. Ich bin gewissenhaft. Kommt drauf an. Wenns um die Arbeit geht, sicher. Auch in manchen Spielen gehe ich gewissenhaft vor. Ich erlaube mir aber durchaus auch, mal fünf Gerade sein zu lassen. Haushalt? Eher weniger. Also eine 5.
  9. Durcheinander, wenn man in kurzer Zeit viel zu erledigen hat. Schwierig, weil es kommt drauf an, was das für Dinge sind. Beruflicher natur wird einfach priorisiert und dann sequentiell abgearbeitet. Wenn aber Arbeit, private Termine, Partner, Kind und alles irgendwie etwas unerwartet zusammen kommt, werde ich auch mal fahrig und verliere den Faden. Ich meine aber, das ist ein ganz normaler Vorgang der gar nicht im Zusammenhang mit HSP steht. Mein Urteil: 5.
  10. Ich erschrecke leicht. Woran soll ich das messen? Und wie soll ich die „Leichtigkeit“ des Erschreckens beurteilen? Denn erschrecken an sich tut sich jeder, und da es eine „Hab Acht“ Situation ist, wird man sich auch intensiv an Schreckmomente erinnern können. Im übrigen kann erhöhte Schreckhaftigkeit verschiedenste Ursachen haben (Traumata, Medikamente, Extrembelastungen, etc). Ich erschrecke vermutlich nicht mehr und nicht weniger als andere Menschen. Also eine 4.
  11. Überstimulation möchte man vermeiden und richtet sein Leben darauf aus. Nun, es gibt ganz normale Menschen, die einfach nur gerne ihre Ruhe haben. Ich gehöre dazu, und kenne genug, denen es genauso geht. Die möchten Einkäufe vor Feiertagen vermeiden, sie zwängen sich höchst ungern durch Jahrmärkte und Veranstaltungen, und „Spaß haben“ setzt keinen „Partyabend“ mit möglichst vielen Menschen voraus. Auch auf diese Personen würde dieser Punkt im hohen Maße zutreffen. Ich persönlich nehme eine 6.
  12. Kunst, Musik und Natur bewegen mich tief. Wie tief? Gemessen in Zentimeter oder was? Ebenso wie das „leicht“ erschrecken überlässt das „tief“ bewegen die Wertung dieser Adjektive dem Probanden. Und ich glaube jeder war schon einmal tief bewegt von Kunst, Musik oder Natur. Die Frage nach der Regelmäßigkeit wird hier aber außen vor gelassen. Ich kann da für mich nur eine 7 setzen, alles andere wäre glatt gelogen.
  13. Bemerken oder genießen von zarten, feinen Gerüchen, Klängen, usw. Dieses Merkmal ist ebenso zu bewerten wie der vorige Punkt. Zumal hier nach Sensorik gefragt wird, die man selbst weder objektiv noch subjektiv beurteilen oder vergleichen kann. Im Grunde muss auch hier jeder Mensch eine 7 eingeben, wie ich.
  14. Lärm ist mir unangenehm. Das ist das bislang absurdeste Merkmal in diesem Test. Lärm ist per Definition unangenehm. Sonst wäre es kein Lärm sondern einfach ein Geräusch. Besser wäre: „Laute Geräusche sind mir unangenehm.“. Wobei die Lautheit oft nur einen Teil der Wahrnehmung ausmacht. So unterscheidet man den Schalldruck (gemessen in dB) von dem subjektiven Geräuschempfinden (gemessen in Sone). Genauer genommen frägt dieses Merkmal also: „Unangenehme Geräusche sind mir unangenehm“. Eine solche selbstbestätigende/-bestärkende Aussage würde man in einem seriösen Test nicht finden. Tendentiell wird der Testteilnehmer hier also eine zu hohe Wertung abgeben. Ausgenommen Hörgeschädigte. Ich komme also nicht um eine 7 umhin. RUHE DA DRAUSSEN!
  15. Trubel regt unangenehm auf. Aufregen, okay. Aber was ist unangenehmes Aufregen? Gibt es auch angenehmes Aufregen? Dann wäre es eher: Erregen. Man vermischt also das unangenehme Gefühl eines Trubels mit dem Resultat, das es auslösen könnte, nämlich sich darüber aufzuregen. Trubel ist ohnehin negativ vorbelastet, der eine denkt an Weihnachtseinkäufe, der andere an Kindergeburtstag mit unbändigen, laut schreienden Kindern. Für mich eine 6 nur deswegen, weil ich nicht schon wieder eine 7 eingeben will und Trubel manchmal auch erfrischend sein kann.
  16. Ich bemerke mehr Feinheiten (in meinem Umfeld) als die meisten. Das dieses Merkmal speziell auf „mein Umfeld“ bezogen ist, fordert einen auf, sich nur mit Menschen aus dem persönlichen Umfeld zu vergleichen. Es liegt nahe, das man dann viel eher zu einem positiven Urteil kommt, auch wenn man im Durchschnitt völlig normalfühlig ist. Man findet auch viel leichter Beispiele, die diese Aussage bestätigen. So auch ich, deswegen vergebe ich eine 6.
  17. Ich scheine eher naiv (leichtgläubig) zu sein. Das Hochsensible allgemein als naiv gelten oder für naiv gehalten werden, wäre eine vollkommen neue Erkenntnis. Im Grunde kann dieses Merkmal aber auch nur für schlichte Naivität bis Dummheit stehen. Jeder kennt sicher diese Konversationen aus sozialen Netzwerken, z.b. der nicht besonders helle Mann, der für seine Freundin eine „Oberschiene“ (Aubergine) mitbringen soll und von seinen Freunden in den Baumarkt geschickt wird. Erstens passiert sowas jedem mal, und es ist auch nicht selten furchtbar peinlich. Man wird sich also leicht an Situationen erinnern können, wo man naiv war, und tendentiell überhöht werten. Andererseits balanciert die negative Konnotation von Naivität das Urteil vielleicht wieder aus. Dennoch, wer ehrlich antwortet, kommt wohl kaum auf eine Zahl unter 4. Für mich persönlich nehme ich eine 5.
  18. Weltschmerz. Oh, du grundgütig schmerzende Welt, warum hast du mir das angetan? Nunja, ich denke jeder kennt solche Phasen. Es ist wie bei den Wellen. Manchmal kommen einige Wellen so zusammen, das sie sich insgesamt zu einer Monsterwelle zusammenschließen, die sich aber irgendwann wieder von alleine verliert. So ist es auch mit Gefühlen und Erlebtem – manchmal kommt alles zusammen, und dann fällt man – scheinbar grundlos – in eine Phase von Weltschmerz. Hält diese Phase lange an oder kehrt immer wieder, sollte man schnellstens einen Arzt aufsuchen. Möglicherweise liegt eine Depression vor. Ich persönlich nehme eine 5, weil ich es gut kenne aber eher selten vorkommt.
  19. Es ist lästig, wenn verschiedenste Dinge gleichzeitig von mir verlangt werden. Hier ist nicht die Anzahl oder die Verschiedenheit ausschlaggebend, sondern die Gleichzeitigkeit. Es gibt nur wenige Menschen, die es als okay oder sogar positiv empfinden, wenn viele Dinge gleichzeitig von ihnen verlangt werden. Es wird aber nicht gefragt, ob es Stress und dergleichen verursacht, sondern ob uns das lästig ist. Also Müll rausbringen UND die Post aus dem Briefkasten holen UND Blumen giessen UND noch beim Rückweg ein Getränk aus dem Keller holen. Wer würde das nicht wenigstens ein bißchen lästig empfinden, wenn diese Aufgaben von einem verlangt werden? Denn das „verlangt werden“ impliziert, das man es nicht aus eigenem Antrieb tun würde. Sprich: auch hier der Probanden zu einer höheren Wertung animiert. Ich muss hier leider eine 7 hinstellen, weil ich ein großer Anhänger des „eins nach dem anderen“ Lebensmottos bin.
  20. Ich strenge mich an, keine Fehler zu machen, nichts zu vergessen. Ja, tue ich, klappt aber nicht immer so gut bzw. ändert nichts an dem Normalzustand. Ich mache nunmal Fehler, will sie aber nicht machen, deswegen arbeite ich beruflich sehr gewissenhaft (siehe Punkt 8). Vergessen will ich auch nichts, aber da vergessen menschlich ist, muss ich mich bei gewissen Dingen anstrengen, sie nicht zu vergessen. Und vergesse sie trotzdem. Für mich eine 6.
  21. Sehr hungrig zu sein wirkt sich stark auf die Konzentrationsfähigkeit oder Laune aus. An dieser Stelle macht sich der Test lächerlich. Wer kennt nicht das Kind, das sich nicht konzentrieren kann, oder scheinbar wegen kleinster Reize schreit oder weint? Dann fehlt entweder Schlaf oder Nahrung. Bei erwachsenen Menschen ist das kaum anders! Das ist eine derart banale Erkenntnis, die jeder bei sich nachvollziehen kann. Natürlich wird jeder Mensch dieses Merkmal eher positiv bewerten. Bei mir eine glatte 7.
  22. Mein Leben so einrichten, das sich überfordernde Situationen vermeiden lassen. Das ist in erster Linie schlichte Zeitplanung bzw. -management. In zweiter Hinsicht das vermeiden unangenehmer Menschen oder Situationen. Wer würde nicht lieber erst um 9 mit der Bahn/Auto fahren, wenn man dadurch dem Berufsverkehr ausweichen kann? Niemand will überfordert sein, dementsprechend machen wir zwangsläufig Dinge, die solche Situationen vermeiden. Auch mit diesem Merkmal soll offensichtlich das Testergebnis „nach oben korrigiert“ werden. Für mich auch eine glatte 7.
  23. Veränderungen im Leben bringen mich durcheinander. Was ist mit „durcheinander“ gemeint? Geht es hier um Zerstreuung oder doch um das allgemeine, diffuse, ängstliche Gefühl das sich in neuen, unbekannten Situationen stellt? Welche Art von Veränderung meinen wir? Warum denke ich z.b. sofort an den Tod eines Menschen, der mir Nahe steht? Vermutlich, weil impliziert wird, das die Veränderung von außen aufgezwungen wurde. Natürlich würde mich der Tod, oder viele andere, dramatische Geschehnisse (Einbruch, Arbeitgeber pleite, Partner verlässt mich) „durcheinander“ bringen. Also definitiv wieder eine 7.
  24. Unter Beobachtung werde ich nervös, so das ich schlechtere Leistungen bringe. Niemand fühlt sich wohl dabei, wenn er überwacht wird. Natürlich macht es einen Riesenunterschied, ob mir ein Kollege über die Schulter blickt, mit dem ich ohnehin tagtäglich zusammen arbeite, oder ob der Chef seine wöchentliche Visite macht während ich mich gerade bei strunzbanalem Programmieraufgaben zu Testzwecken verhaspele. Unter Beobachtung mag ich als „Informationsarbeiter“ gar nicht arbeiten, glatte 7.
  25. Als Kind dürften mich Eltern oder Lehrer für scheu oder sensibel gehalten haben. Ja was weiss denn ich, was Dritte über mich denken? Das ist perfide. Natürlich wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit erstmal annehmen, das dies wahr ist, weil man sich in Dritte gar nicht hinein versetzen kann. Es kommt also zum Zuge, was wir denken, was andere über uns denken. Und das ist tendentiell eher negativ. Zudem sind „scheu“ und „sensibel“ zwei verschiedene Attribute, man verdoppelt also die Wahrscheinlichkeit, das zumindest eine Aussage zutrifft. Dazu kommt, das Sensibilität zudem noch viel Interpretationsspielraum zulässt, von Feinfühligkeit über Empathie bis hin zur Überempfindlichkeit (Mimose). Für mich schon wieder eine klare 7.
  26. Ich träume oft bunt und intensiv. Also, auch das lässt viel Interpretationsspielraum. Immerhin mal ein Merkmal, wo jeder für sich das gesamte Spektrum von 1-7 frei ausspielen kann. Da ich selten Träume und mich noch seltener daran bewußt erinnere, vergebe ich hier meine erste 1.
  27. Mein Traumleben ist mir wertvoll. Wer das Merkmal zuvor hoch bewertet hat, wird auch dieses hoch bewerten. Ich frage mich aber, was die subjektive Einschätzung, ob einem seine eigene Traumwelt wertvoll ist, für eine Bedeutung für Hochsensibilität haben soll? Daher muss ich annehmen, das nicht Träume gemeint sind, sondern Träumereien (Tagträume). Unter diesem Gesichtspunkt wüsste ich nicht, wie man bewusst gesteuerte Tagträume als nicht wertvoll bezeichnen könnte? Da ich Tagträume oft, gern und intensiv betreibe, vergebe ich eine 6.
  28. Harmonie ist mir wichtig, Rückzug bei Konflikten. Das hat mehr was mit Durchsetzungsvermögen und Vermeidungsstrategien zu tun als Hochsensibilität. Mir persönlich ist Harmonie wichtig, und Konflikte mag ich gar nicht – außer, ich bin von etwas aber mal sowas von derart überzeugt, dass… Aber jetzt mal Hand aufs Herz: wer kennt nicht diese beiden Seiten an sich? Für mich mal eine 6.
  29. Bin ich mit meiner beruflichen Situation glücklich und zufrieden? Aber sicher doch! (7) Was diese explizit vom Testergebnis ausgeklammerte Frage hier soll, kann ich mir nur bedingt erklären. Evtl. will man hier Rückschlüsse ziehen, inwieweit bestimmte Testresultate Rückschlüsse auf die berufliche Zufriedenheit zulassen.

Wenn ich nun meine Eingaben abschicke, erhalte ich folgendes, sehr eindeutig klingendes Ergebnis:

Sie haben 254 Punkte

Punkteanzahl von 188 bis 300

Sie sind mit an Gewissheit grenzender Sicherheit eine HSP. Hochempfindlichkeit beginnt bei 163 Punkten. Je weiter Ihre Punkte-Anzahl über 200 liegt, umso mehr sollten Sie darauf achten, sich in kein Schneckenhaus zu verkriechen. Sie werden sicher noch glücklicher und leistungsfähiger sein, wenn Sie nicht versuchen zu leben wie ein nicht-HSP. Arbeiten Sie daran Wege und Möglichkeiten zu finden, um in einer Ihnen angenehmen Weise Kontakt mit der Welt zu halten. Die Welt braucht Sie und Ihre Empfindsamkeit. Sie sind eine Bereicherung. Ausführlichste Beschreibungen, aber auch viele hilfreiche Tipps, wie Sie mit dieser Anlage optimal umgehen können finden Sie auch in dem Buch „Zart besaitet – Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochempfindliche Menschen“, von dem Sie die ersten 4 Kapitel (von insgesamt 8) auf der Webseite des Verlages online probelesen können. Bitte bedenken Sie, dass weniger sensible Menschen sich ihre Wesensart genausowenig ausgesucht haben, wie Sie sich die Ihre. Hochsensible müssen darauf achten, geringere Sensibilität und das daraus entstehende Verhalten nicht als Rücksichtslosigkeit zu interpretieren. Unterschiedliche Wahrnehmungen und Bedürfnisse erschweren manchmal das Zusammenleben, aber sie können auch zu einer Bereicherung werden, wenn man sich gegenseitig verstehen und wertschätzen kann.

Überrascht hat mich das Urteil über mich, welches „mit an Gewissheit grenzender Sicherheit“ gefällt werden konnte. Hies es doch zu Beginn des Tests noch höchst relativierend:

Vorauszuschicken ist, dass der Test und die gesamte Forschung über hochempfindliche Menschen (HSP) noch in den Kinderschuhen stecken, und keine der hier gemachten Aussagen als autoritär zu verstehen ist. Ein oberflächlicher Test wie der vorliegende kann immer nur Anhaltswerte liefern und ist oft nicht fähig, auf individuelle Konstellationen einzugehen. (Für die Auswertung sind alle Fragen, bis auf die letzte, relevant.)

Dafür ist sich dieser liebe Herr Hochgesangsverein aber mit an Gewissheit grenzender Sicherheit höchst sicher und überzeugend. Ob das in Deutschland mit dem Heilmittelwerbegesetz vereinbar wäre?

HSP beginnt also schon ab 163 Punkten. Es dürfte nicht schwer fallen, sich auszumalen, das die Mehrzahl der Testteilnehmer die HSP Diagnose mit mind. 188 Punkten erhalten werden.

Als nächstes werde ich aufgefordert, nicht mehr so zu leben und zu tun, als wäre ich ein Nicht-HSP. Perfide wird unterstellt, ich wäre sonst weniger glücklich und weniger leistungsfähig. Suggestionsalarm!

Ich soll also an mir Arbeiten, Wege und Möglichkeiten finden. Wie praktisch, das der Verein gleich ein Buch zum Verkauf anbietet, und das im Ergebnis nicht nur anpreist sondern direkt verlinkt. Die kommerziellen Lebensberater stehen schon Parade für mich.

Anschließend werde ich aufgebaut, schließlich braucht mich die Welt und meine Empfindsamkeit und keinen depressiven Lackaffen, der nicht im geringsten daran denkt, das Buch zu kaufen.

Ich bin neugierig, und provoziere den Test zur Maximalpunktzahl (alles 7). Jetzt bin ich mit absoluter Gewissheit eine HSP. Ohne Zweifel …

Sie haben 336 Punkte

Punkteanzahl >= 300

Sie sind mit Gewissheit eine HSP. Und zwar eine mit besonders hoch ausgepräger Sensibilität. Möglicherweise haben Sie in manchen Bereichen, besonders in den zwischenmenschlichen, eine Extrem-Sicht der Dinge. Bitte bedenken Sie, dass weniger sensible Menschen sich ihre Wesensart genausowenig ausgesucht haben, wie Sie sich die Ihre. Besonders hypersensible Menschen müssen darauf achten, die geringere Sensibilität und das daraus entstehende Verhalten ihrer Mitmenschen nicht als Rücksichtslosigkeit oder gar als Bosheit zu interpretieren. Stark unterschiedliche Wahrnehmungen und Bedürfnisse erschweren das gegenseitige Verständnis und das Zusammenleben. Doch diese Unterschiede können zu einer Bereicherung werden, wenn man sich gegenseitig verstehen und wertschätzen kann. Trotz Ihrer sehr dünnen Haut ist es gerade für Sie wichtig, sich in kein Schneckenhaus zu verkriechen. Arbeiten Sie daran Wege und Möglichkeiten zu finden, um in einer Ihnen angenehmen und aufrechterhaltbaren Weise Kontakt mit den Menschen und der Welt zu halten. Die Welt braucht Sie und Ihre Empfindsamkeit ganz dringend. Sie sind eine Bereicherung. Ausführlichste Beschreibungen, aber auch viele hilfreiche Tipps, wie Sie mit dieser Anlage optimal umgehen können finden Sie auch in dem Buch „Zart besaitet – Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochempfindliche Menschen“, von dem Sie die ersten 4 Kapitel (von insgesamt 8) auf der Webseite des Verlages online probelesen können.

Neugierig, wie ich bin, provoziere ich das schlechteste Testergebnis (alles 1). Hier bekomme ich interessanterweise keine Punktzahl ausgegeben, aber dafür die gesamten sechs Beschreibungsblöcke von <= 136 bis hin zu >= 300 Punkten. Hier erkenne ich, das die vier Ergebnisblöcke ab 163 Punkten alle den Link zum Buch enthalten.

Wer aber offenbar keine HSP ist (<= 136 Punkte) wird wenigstens beglückwünscht, dass man sich für das Thema interessiert. Aber schon im zweitniedrigsten Ergebnisblock (137 bis 162 Punkte) wird versucht, das Ergebnis zu relativieren und Einfluss zu nehmen:

Menschen mit Testergebnissen in dieser (mittleren) Höhe haben oft, aber nicht immer, die Neigung, rücksichtslos zu sein. Sich selbst gegenüber, oder anderen gegenüber oder beides. Oft nur sich selbst gegenüber. Und zwar aus ideologischen Gründen. z.B. weil sie Empfindsamkeit ablehnen, da sie denken, Sensibilität schade dem Weiterkommen in der Welt und sie müssten daher sich selbst (oder andere) abhärten. Also eine ideologisch motivierte Rücksichtlosigkeit, die nicht aus einem Mangel an Empathie oder aus Egoismus entstanden ist, sondern aus den eigenen Überzeugungen, dass man sich selbst nicht verzärteln sondern abhärten soll.

Vielleicht hat man Fragen falsch interpretiert? Dann wird unterstellt, man sei mit hoher Wahrscheinlichkeit rücksichtslos, vor allem sich selbst gegenüber. Wie man zu dieser Aussage gelangen kann, ist mir vollkommen unbegreiflich. Weiter wird suggeriert, das man seine eigene Empfindsamkeit vielleicht doch nur unterdrückt.

Aus meiner Sicht eine perfide Taktik. Einerseits wird es manche Probanden animieren, den Test erneut durchzuführen, mit dann vermutlich „ehrlicherem“ Ergebnis. Ansonsten wird unterstellt, man sei ja ein (mit an Gewissheit grenzender Sicherheit?) rücksichtsloser Mensch.

Mir verschlägt es die Sprache. Ich hoffe inständig, das der Autor dieses Tests derart hochsensibel ist, das meine tagträumerischen Watschen links und rechts hinter die Ohren mit an Gewissheit grenzender Schmerzhaftigkeit zu spüren waren. Meinetwegen darf man mich deswegen als rücksichtslos bezeichnen, wenn es denn dazu dient, das weniger Menschen solch einen Psycho-Trick in Form eines Tests auch nur im Mindesten ernst nehmen.

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6 Gedanken zu „Kritik: Hochsensibilität / HSP Test von zartbesaitet.net

  1. Lieber Autor dieses WordPress Eintrags! Vielen Dank für den Hinweis auf diese „Suggestionsfalle“.

    Allerdings scheint das Problem bekannt zu sein, vgl. dazu der letzte Absatz auf http://hsperson.com/faq/when-i-look-for-studies-i-hardly-see-any/ (offizielle Website der Psychologin, E. Aron, die den Begriff HSP geprägt hat): „… the HSP Scale is twenty years old and was written before we knew so much about the trait. The test tends to over use negative terminology, mostly about being overstimulated, while poorly measuring other aspects, such as depth of processing. To solve this, we advise researchers to “control” for a negative response-set that might be typical of people with problems unrelated to being highly sensitive by measuring those problems independently of the questionnaire and “partially out” those scores statistically.“

    Es bleibt die berechtigte Frage, warum dieser Test nach solcher Einsicht nicht verbessert wird …

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    • Ja, HSP/SPS sind Forschungsgegenstand. Allerdings, soweit ich die „scholarly articles“ einsehen konnte wirkte das nicht besonders überzeugend auf mich. Es fängt schon damit an, das Frau Aaron als Wissenschaftlerin in der verlinkten FAQ zwar auf die Arbeiten hinweist, aber keine Quellenangaben dazu rausgibt, stattdessen die Empfehlung „es zu googlen“. Genau das habe ich gewissenhaft vor einigen Jahren gemacht und Stelle fest das im Grunde 50% der Arbeiten zu HSP/SPS von Aaron selbst stammen, und soweit ich erkennen konnte die Mehrzahl der weiteren Arbeiten aus ihrem näheren Umfeld stammen bzw. auf sie Bezug nehmen im Sinne von „da sollte man noch mehr forschen“. Das ist auch der typische Tenor in HSP/SPS Kreisen – nur tut das keiner. Warum?

      Die Antwort ist aus meiner Sicht ganz einfach: entweder ist offensichtlich wenig dran und ein Forschungsergebnis hätte wenig Aussagekraft, weil gar keine überprüfbare Hypothese/Theorie formuliert ist oder die Thematik ist schlichtweg nicht von Relevanz weil sie im Alltag keine Rolle spielt bzw. etwas ganz alltägliches beschreibt (der eine geht gern auf Parties, der andere bleibt lieber zuhause, u.ä.).

      Mein Eindruck: es finden sich immer wieder Wissenschaftler die ein Randthema populärwissenschaftlich ausschlachten. Die Kollegen in der Wissenschaft sind alles andere als überzeugt von den Thesen, der interessierte Laie dagegen ist beeindruckt. Und mit Scannerpersönlichkeit hat das sowieso nichts zu tun.

      Nur eins ist klar: das Menschen unterschiedlich starke Wahrnehmungen haben ist Fakt. Manche Hören, Sehen, Riechen besser als andere. Manche vereinen mehrere dieser Stärken in sich. Es ist im Grunde ganz normal das wir, genauso wie wir unterschiedliche Talente besitzen auch unterschiedliche sensorische Wahrnehmung haben, die uns vielleicht erst maßgeblich zu unseren Talenten führen. Also jemand der gut hört wird eher Musiker, jemand der gut Geschmack unterscheiden kann wird Sommelier, usw.

      Ob manche ausschließlich darunter leiden, oder doch nur unter der Summe der Persönlichkeit und Lebensumständen, lässt sich eh nie definitiv festlegen. Insofern ist jegliche Versteifung auf das HSP/SPS Konstrukt nur mehr eine Rationalisierung des eigenen Zustands, der einem gefühlt eine Erklärung liefert. Das macht es für den einzelnen (Betroffenen) zu nichts anderem wie einer Ersatzreligion. Das Problem das ich darin sehe ist, dass im Austausch mit solchen Menschen als Außenstehendem deutlich wird, dass bei dem ein oder anderen ein ernsthaftes psychisches Symptom vorhanden ist, dieses aber mit SPS/HSP/HB oder Scanner begründet wird anstatt in die Ursachenforschung zu gehen.

      Aber im Grunde gilt das auch für viele andere Menschen, die eben einem „anerkannten“ Glauben nachhängen, oder einem spirituellen Ritus, der Esoterik, der Alternativmedizin. Da findet eine Entfremdung von und vor der Welt und Umgebung statt um die Welt ein klein wenig angenehmer zu machen.

      Soweit jedenfalls mein Eindruck. Und dann braucht man auch nichts „verbessern“. Es ist ja ureigenstes Wesen der Wissenschaft, dass sie sich verändert, während spirituelle und esoterische Konzepte dies eben nicht tun. Die Homöopathie ist z.B. dieselbe wie vor 200 Jahren und heute noch genauso wirkungslos, inzwischen eben hochwissenschaftlich hundertfach bestätigt – aber das interessiert den Homöopathen nicht.

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  2. Genau das ist ja das Problem, wie Nicht Scanner Personen, versuchen Scanner Personen zu analysieren, ihr Tun, ihr Handeln, Denken um sie dann zu kritisieren, zu tadeln, zu versuchen ihnen einiges abzugewöhnen und sie letztendlich als „dumm“ und “ merkwürdig“ abzustempeln.
    Eine Scanner Person Jahre, Jahrzehntelang auf der Suche nach dem eigenen ICH, hat sich selbst immer wieder die selben Fragen gestellt,hat hinterfragt, recherchiert, getan und weiß bei Vorlage dieses Test, allein nur beim beinahe überfliegen der Fragen und ohne ein genaues konkretisieren JA !!!
    DANKE!!!

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  3. Prinzipiell ist die Kritik richtig und wichtig, wie bei allen Themen denke ich aber entscheidend ist das Ausmaß wie sehr die Punkte auf einen sowohl bei HSP als auch Scanner zutreffend sind und inwieweit man darunter leidet.
    Wenn man sich mit der ICD und Persönlichkeitsstörungen befasst, wird man bei einigen Themen sicherlich ein Stück weit sich selbst wieder finden, was aber noch lange nicht heißt, dass das in irgendeiner Form pathologisch wäre.

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  4. immer wieder erlauben wir uns eine kritik anzubringen und das oft ohne über die auswirkungen nachzudenken. ich bin etwas irritiert über die art von ihnen – nenne es mal ausschlachten, herunterbrechen. ich empfinde es sehr herablassend und unangebracht das alles so grob und unsensibel zu hinterfragen. natürlich leben wir in einer demokratie und pflegen meinungsfreiheit, das sollte uns aber dennoch nicht davon abhalten, feinfühliger sich zu äussern.

    ich habe ihren text heruntergebrochen und stimme mit ihnen überein, dass ein test über hochsensibilität, fragwürdig ist.

    deshalb appelliere ich an selbstverantwortung!

    es ist angebracht, wenn jemand den verdacht schöpft, hochsensibel zu sein, sich damit auseinander zu setzten und sich nicht nur auf einen test zu stützen, vielmehr sich selbstreflektieren und unbedingt mit seinesgleichen und normal sensiblen austauschen.
    ich weiss wie es sich anfühlt, denn ich habe über fast 4 jahrzehnte meine hochsensibilität eher als last empfunden, zumal ich es gar nicht wusste, dass ich es bin. heute wo ich einen namen zu meiner art zu fühlen und zu denken habe, begegne ich mir selbst und den mitmenschen mit mehr liebe und respekt. durch das es mir heute bewusst ist, hochsensibel zu sein, kann ich besser und entspannter der welt und natürlich mir selbst begegnen. ich liebe es so zart zu sein und die fähigkeit, mehr zu empfinden, denn das macht mich zu einer sensiblen mutter und yogalehrerin. hochselsibel zu sein, sollte nicht zum gesellschaftlichen konflikt heranwachsen, sondern wir sind angehalten, diese fähigkeit auch als solche anzuerkennen und mit normal sensiblen zu verweben.
    genau diese empfindsamkeit braucht diese oberflächliche welt, die leider zu selbstzerstörung neigt.

    ich wünsche mir, dass sie mehr feingefühl dafür entwickeln, insbesondere rufe ich auf, einen perspektivenwechsel zu machen, um es nachempfinden zu könnnen, wie es uns manchmal in dieser pulsierenden, schnelllebenden gesellschaft, tag ein tag aus, ergehen kann.

    wissenschaftliche und lehrerhafte herangegensweise ist nur sinnvoll wenn auch das empathische miteinfliesst. destruktive kritik ist schlichtwegs unangebracht!

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